«Eine Million Sterne» macht auf armutsbetroffene und -bedrohte Menschen in der Schweiz aufmerksam. Foto: Thomas Cunz

Foto: Thomas Cunz

Kerzen der Solidarität

Mit der Aktion «Eine Million Sterne» macht Caritas jedes Jahr in der Weihnachtszeit auf die Armutsproblematik in der Schweiz aufmerksam. Dutzende Pfarreien und andere Partner im ganzen Land beteiligen sich an der Kampagne und setzen damit ein wichtiges Zeichen für mehr Solidarität in unserer Gesellschaft.

Von Oliver Lüthi, Leiter Kommunikation Caritas Bern


Die Einkaufsstrassen in den Schweizer Städten sind in der Weihnachtszeit hell erleuchtet. Mit attraktiven Geschenkangeboten werden die Passant*innen in die Läden gelockt. Geschäftiges Treiben prägt die Stimmung. Licht und Glitzer in den Schaufenstern zeugen von der Kommerzialisierung des wichtigsten christlichen Anlasses des Jahres.

Dabei geht oftmals vergessen, dass es sich viele Menschen in unserem Land nicht leisten können, sich an diesem weihnächtlichen Kaufverhalten zu beteiligen. 615 000 Personen in der Schweiz sind armutsbetroffen, und über eine Million Menschen sind davon bedroht, in die Armut abzurutschen. Für sie sind die Wochen vor Weihnachten oftmals eher eine schmerzhafte Zeit. Auf Schritt und Tritt wird ihnen ihre eigene Ohnmacht vor Augen geführt – das Gefühl vermittelt, nicht dazuzugehören, ausgeschlossen zu sein von den Möglichkeiten der «Anderen».

Auch deshalb hat Caritas die Weihnachtszeit gewählt, um mit ihrer Aktion «Eine Million Sterne» (EMS) auf diese Menschen aufmerksam zu machen. Auf die Tatsache, dass es auch eine andere Schweiz gibt – eine problembehaftete, von einem mühsamen Alltag geprägte. Eine Schweiz, in der die Menschen tagtäglich dafür kämpfen müssen, ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen und ihren angemessenen Platz in unserer Gesellschaft zu finden.

In den Kantonen Bern und Freiburg beteiligen sich auch dieses Jahr wieder zahlreiche Organisationen an EMS. Neben dem Hauptanlass auf dem Bundesplatz in Bern werden in Gstaad, Guttannen, Thun, Steffisburg, Konolfingen, Boll, Bösingen und Ueberstorf Kerzen leuchten. Neben Solidarität soll EMS auch Zuversicht ausdrücken – die Hoffnung und den Glauben an eine bessere Zukunft.

Viele Menschen sind dafür auf unsere Unterstützung angewiesen. Andere, welche ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen können, sollen darin bestärkt werden, diesen Weg weiterzugehen. EMS ist auch dazu da, die Liebe zu nahestehenden Menschen zu bekunden. Mit der Aktion «Wunschkerze» können deshalb wiederum Wünsche an ausgesuchte Personen verschickt werden.

Die entsprechenden Kerzen leuchten am 15. Dezember an verschiedenen EMS--Standorten. EMS auf dem Bundesplatz findet am 15. Dezember von 16.00 bis 20.00 statt. In den Zelten der Caritas vor Ort können Kerzen erworben und vor dem Bundeshaus platziert werden.

Informationen zu «Eine Million Sterne» in der Region Bern: www.einemillionsterne.ch

 

 

12. Dezember 2018
erstellt von «pfarrblatt»
  • Pfarrblatt / Angelus
  • Veranstaltungen