Frau aus Indonesien beim Pflanzen von Mangrovenbäumen. Foto: Brot für alle

KLIMAGERECHTIGKEIT

„Schon 1989 stellten wir in der Ökumenischen Kampagne fest, dass die Zeit drängt. Heute müssen wir sagen: Jetzt ist der letzte Moment, um zu handeln, sonst droht die Katastrophe – insbesondere für Länder des globalen Südens. Deren Bevölkerungen leiden bereits stark unter den Folgen des Klimawandels“, schreibt Mischa von Arb, Kampagnenkoordinator von Fastenopfer und Brot für alle.

Die beiden Hilfswerke fordern deshalb, dass die Länder, die hauptsächlich für Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, Verantwortung übernehmen. Das sei eine Frage der Gerechtigkeit. Aufgerufen wird zu einem genügsameren Lebensstil, um die Schöpfung zu bewahre. Die Lust an «weniger» Ressourcenverbrauch und dafür «mehr» Solidarität mit den Menschen, die unter den Folgen leiden, sei notwendig.

„Dazu können wir als Individuen beitragen – genauso sind jedoch die Wirtschaft und die Politik, aber auch die Kirchen gefordert.“. Als Beispiel erwähnt Mischa von Arb den übermässigen Fleischkonsum, welcher zur Folge hat, dass viel Futtermittel und Weidefläche benötigt wird. Dies wird unter anderem durch Brandrodungen von Regenwald erreicht. Fehlender Regenwald führt wiederum zu massiven klimatischen Veränderungen.

Jedes Jahr lädt die Ökumenische Kampagne eine Person ein, zum Kampagnenthema einen theologischen Impuls zu verfassen. Diesmal schreibt Dave Bookless, ein anglikanischer Theologe, der als theologischer Direktor der christlichen Umweltbewegung A Rocha in England tätig ist.

Für ihn können uns zwei Dinge helfen, die Dringlichkeit der Klimagerechtigkeit zu erkennen. Erstens: eine ökologische Umkehr, indem wir Gottes Wirken in der Welt und unsere Rolle darin wiederentdecken. Zweitens: die Passion für Gerechtigkeit, die im Wesen Gottes wurzelt. „Wir sind zur Zusammenarbeit mit Gott in Gottes Welt eingeladen, und zwar, indem wir danach streben, dem Gedeihen der gesamten Schöpfung zu «dienen» und sie zu «bewahren» (Gen 2,15).“

Gerechtigkeit sei essenziell für das Wesen Gottes. „In den Psalmen steht: «Recht und Gerechtigkeit sind die Stützen deines Thrones» (Ps 89,15). Jesus selbst machte sich die Vision einer guten Nachricht für die Armen und der Befreiung der Unterdrückten zu seinem Manifest (Lukas 4,8–19). Es ist eine masslose Ungerechtigkeit, dass diejenigen, die an der Verursachung des Klimachaos am wenigsten beteiligt sind, am meisten unter seinen Auswirkungen leiden.“

Infos: fastenopfer.ch/veranstaltungen/oekumenische-kampagne-2021/

2. März 2021
erstellt von angelus
  • Pfarrblatt / Angelus