Franz Perrez, Botschafter. Bild: «photo IISD»

Klimagerechtigkeit

Klimagerechtigkeit?

Botschafter Franz Perrez ist Leiter der Schweizer Delegation an den Klimaverhandlungen. Als bestens ausgewiesener Fachmann informierte er über die Fakten der Klimaerwärmung. Perrez wurde von drei Berner Kirchgemeinden zu einer Infoveranstaltung zur Klimaerwärmung eingeladen. Die interessierten Zuhörenden mussten einerseits harte, belastende Tatsachen zur Kenntnis nehmen, anderseits war die differenzierte Faktenlage für viele neu. Gemäss heutiger Wissenschaft ist völlig unbestritten, dass unser Klima sich in den nächsten Jahren massiv erwärmen wird, wenn wir nicht einschneidende Massnahmen umsetzen. Der CO2-Ausstoss ist in den meisten Ländern viel zu hoch, teilweise in den Industrieländern des Nordens, anderseits aber gerade auch in den aufstrebenden Ländern mit sehr hohem Wachstum. In der Schweiz sind die Gebäude, der Verkehr, die Industrie und die Landwirtschaft (in dieser Reihenfolge) die wichtigsten Verursacher dieser Emissionen. Zusätzlich zu den Tatsachen zeigte Perrez auf, dass als Folge der Klimaerwärmung die Nahrungsmittelund Wasserknappheit wie auch die Gesundheitskosten zunehmen, ja dass sogar grössere Küstenstreifen und ganze Inseln überschwemmt werden und die Migration deshalb zunehmen wird. Für Länder wie die Schweiz wird gemäss seiner Darstellung fast immer ein Weg gefunden, mit der Erwärmung ohne tödliche Folgen umgehen zu können, weil uns genug finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Viel gravierender sind die Menschen betroffen, die in armen Ländern leben. Die Schweiz wird sich unter der Leitung von Franz Perrez im Dezember 2015 in den Klimaverhandlungen in Paris mit aller Kraft dafür einsetzen, dass alle Länder dafür gewonnen werden können, klare Ziele betreffend Klimaerwärmung zu formulieren und sich zu entsprechenden Massnahmen zu verpflichten.

Toni Hodel, Kirchgemeinde St. Marien

4. März 2015