Kirchen lancieren virtuelle Corona-Demo der Solidarität

Von Ostern bis Pfingsten kann man auf der Website lichtschenken.ch virtuell Lichter anzünden. Die ökumenische Aktion ruft zum Gedenken, zu Solidarität, Hoffnung und Dank auf.

Nach der Weihnachtsaktion «Trotzdem Licht» rufen die Landeskirchen diesmal zwischen Ostern und Pfingsten zu einer Solidaritätsaktion auf: Ab dem 3. April können auf der Webseite lichtschenken.ch auf einer interaktiven Schweizerkarte virtuell Lichter angezündet werden. «Die Schweizer Kirchen schaffen mit dieser Gedenkseite einen Ort für Botschaften, Gebete und Gedanken der Hoffnung», schreibt die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) in einer Mitteilung.

Die Aktion ist breit abgestützt: Nebst der SBK sind die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS), die Römisch-Katholische Zentralkonferenz, die Christkatholische Kirche der Schweiz, die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz und die Schweizerische Evangelische Allianz dabei. Die Plattform ist überdies dreisprachig.

Illuminierte Schweizerkarte

Herzstück der Aktion soll eine Schweizerkarte sein, die «durch Lichter des Gedenkens, der Hoffnung, des Dankes und der Verbundenheit nach und nach erstrahlen soll». Dies geschieht, indem Menschen ihre «Gedanken, Grüsse und Botschaften verbunden mit einem Licht teilen. Dieses leuchtet dann im jeweiligen Wohnkanton und kann sogar weiterversendet werden», heisst es in der Mitteilung.

Wie das konkret vor sich geht, erklärt Dominic Wägli, Leiter Kommunikation der EKS, auf Nachfrage des «pfarrblatt»: «Über die Website gelangt man auf eine interaktive Karte der Schweiz, wo die bisher entzündeten Lichter in unterschiedlichen Farben flackern. Via Zündholzschachtel gelangt man auf ein Eingabefeld, wo die Art des Lichts  - Dank, Gedenken, Verbundenheit oder Hoffnung - und eine Botschaft oder ein Gebet selber eingegeben werden können. Der Wohnkanton ist ebenfalls ein Pflichtfeld, damit das Licht schliesslich verortet werden kann.»

«Andere Corona-Demo»

Bei der Wahl von «Dank» oder «Verbundenheit» stehe zudem ein Eingabefeld für die Sender- und die Empfänger Mailadresse zur Verfügung. «Die Empfängerin oder der Empfänger erhält einen Link auf das für sie bzw. ihn angezündete Licht», erklärt Wägli.

«Lichtschenken.ch wird eine ganz andere Art von Corona-Demonstration sein», sagt EKS-Präsidentin Rita Famos gemäss Mitteilung: «Eine Demonstration unseres Zusammenhalts und unserer Zuversicht. Indem wir Licht schenken, bieten wir Frustration, Müdigkeit, Trauer und Schuldzuweisungen die Stirn.»

Videobotschaft von Guy Parmelin

Die Aktion wird von Bundespräsident Guy Parmelin unterstützt. Parmelin hatte die Kirchen Ende Februar überrumpelt, als er in einem Tweet vorschlug, am 5. März mit Glockengeläut und einer Schweigeminute der Corona-Toten zu gedenken.

Am 3. April wird er sich mit einer Videobotschaft zu Wort melden und das erste Licht auf der Plattform anzünden.: «Zu Ostern ist dieses Licht ein Symbol der Hoffnung. Ich lade alle ein, auf Lichtschenken.ch in den nächsten fünfzig Tagen ebenfalls eine Kerze anzuzünden und so ein Zeichen der Hoffnung für die Zukunft zu setzen», so der Bundespräsident. Die Aktion endet am Pfingstmontag, 24. Mai. (sys)

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29. März 2021
erstellt von «pfarrblatt»
  • Pfarrblatt / Angelus