Dem Wasser Sorge tragen, dazu regt die Schöpfungszeit 2021 an. Foto: Georg Brand/pixelio.de

Lebendiges Wasser

Die diesjährige «SchöpfungsZeit» steht ganz im Zeichen des Wassers. Wasser ist der Grundstoff des Lebens, ohne Wasser können weder Menschen, noch Tiere, noch Pflanzen existieren.

Von Detlef Kissner, ForumKirche Thurgau

Wenn Weltraumforscher*innen ferne Planeten erkunden, hat die Frage, ob sich dort Wasservorkommen nachweisen lassen, oberste Priorität. Denn wo es Wasser gibt, ist grundsätzlich auch Leben möglich. Und umgekehrt gilt: Ohne Wasser kein Leben – wenigstens das, was wir als Leben definieren.

Auch der menschliche Organismus ist essenziell von Wasser abhängig. Denn er besteht zum grössten Teil aus diesem Element. Bei einer Person mit durchschnittlichem Gewicht macht der Wasseranteil gemäss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zwischen 50 bis 65 Prozent aus, bei Männern liegt der Wert um etwa 5 bis 10 Prozent höher als bei Frauen. Da ein Mensch durch Ausscheidungen, Atmung und Transpiration ständig Flüssigkeit verliert, ist er täglich darauf angewiesen, 0,7 bis 2,3 Liter Wasser zu sich zu nehmen. Ganz ohne Wasser, kann er nur etwa zwei bis sechs Tage überleben, ohne Nahrung hält er dagegen deutlich länger durch.

Kein sauberes Wasser für Millionen von Menschen

Obwohl jede*r von uns so sehr auf Wasser angewiesen ist, müssen viele Menschen auf unserem Planeten täglich um dieses kostbare Gut kämpfen. Laut UN-Wasserbericht hatten im Jahr 2020 rund 2,2 Milliarden Menschen keinen nachhaltig sicheren Zugang zu Trinkwasser. 850 Millionen Menschen konnten nicht einmal ihren Grundbedarf mit sauberem Wasser decken. Sie versorgen sich entweder mit Wasser aus Flüssen oder Wasserlöchern oder müssen länger als 30 Minuten zu Fuss gehen, um eine saubere Wasserquelle zu erreichen.

Der Bedarf an Wasser steigt durch das weltweite Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum immer weiter, nach UN-Angaben etwa ein Prozent pro Jahr. Zudem wird der Klimawandel die Wasserressourcen in manchen Gegen- den der Erde weiter verknappen und die Not damit verschärfen. Nach einer Untersuchung der Weltbank ist die Region des Nahen Ostens und Nordafrikas von dieser Entwicklung besonders bedroht. Doch es gibt auch hoffnungsvolle Zeichen. Ulla Burchardt, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission, weist darauf hin, dass «Wasser Teil der Lösung der Klimakrise ist». Die Abwasseraufbereitung könne beispielsweise Treibhausgase reduzieren und zur Energiegewinnung genutzt werden. Sie fordert zudem, Wasser effizienter zu nutzen, Verschwendung zu vermeiden und die Landwirtschaft an die Doppelherausforderung Wasser- und Klimakrise anzupassen.

Wasser ist ein knappes und unersetzbares Gut. Das gilt es sich vor Augen zu halten, vor allem, wenn man genug davon hat.

 


«Damit Ströme lebendigen Wassers fliessen» - das ist das Motto der «SchöpfungsZeit» 2021.

Die Kirchen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz legen jedes Jahr im September ihren Schwerpunkt auf die Umwelt, die Natur – die Schöpfung und den Schutz davon.
Am 4. September findet ein gemeinsamer ökumenischer Tag der Schöpfung am Bodensee statt. Initiiert hat die «SchöpfungsZeit» der Verein «oeku Kirche für die Umwelt».
Auf der Webseite heisst es: «Die Alpen sind das Wasserschloss vieler europäische Staaten. In unseren Seen sammelt sich das Wasser, das Länder und Menschen verbindet. Die SchöpfungsZeit bietet die Gelegenheit, für das Geschenk des Wassers zu danken und dafür zu sorgen, dass lebendiges Wasser auch in Zukunft fliessen kann.»

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1. September 2021
erstellt von «pfarrblatt»
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