Ja zur Konzernverantwortungsinitiative! Foto: zVg

Menschenrechte für alle, statt Profit für wenige

Zum internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember setzen die Berner Kirchen mit einem «Cercle de Silence» und einer ökumenischen Menschenrechtsfeier ein Zeichen für die Bedeutung der Menschenrechte – und der Konzernverantwortungsinitiative.

von Kirche im Dialog


Am 10. Dezember 1948 wurde die allgemeine Erklärung der Menschenrechte von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Seither wird dieser Tag jährlich zum Anlass genommen, dieses erste globale Menschenrechtsdokument zu feiern. Gleichzeitig sollen wir dort hinschauen, wo Menschenrechte verletzt werden.

Auch wenn Berichte über Menschenrechtsverletzungen uns vielleicht als weit entfernt erscheinen, sind wir durch Schweizer Konzerne oft stärker in sie verwickelt, als wir denken (siehe Interview, rechts). Immer wieder verletzen Konzerne mit Sitz in der Schweiz die Menschenrechte im Ausland. «Globale Geschäfte – globale Verantwortung» lautet der Slogan der Konzernverantwortungsinitiative, die genau das in Zukunft verhindern will.

Diese Initiative kann erreichen, dass Schweizer Konzerne nicht länger die Augen vor Menschenrechtsverletzungen verschliessen. Die Berner Kirchen setzen am 10. Dezember mit einem «Cercle de Silence» und einer Menschenrechtsfeier ein starkes Zeichen dafür und zeigen damit auch ihre Unterstützung für die Konzernverantwortungsinitiative.

Für Menschenrechte

Cercle de Silence Di, 10. Dezember, 17.45–18.15, Rathausplatz Bern
Ökumenische Menschenrechtsfeier mit Louise Schneider Di, 10. Dezember, 18.30, Christkatholische Kirche St. Peter und Paul, Rathausplatz
Weitere Infos: www.kathbern.ch/kovi

FLYER

 

 

Interview mit Miriam Helfenstein, Kirche im Dialog:

Sie setzen sich für die Konzerninitiative ein. Warum engagieren Sie sich für die Menschenrechte?

Miriam Helfenstein: Menschenrechte gelten für alle. Dass diese auch von Konzernen mit Sitz in der Schweiz eingehalten werden müssen, ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Deshalb setze ich mich auch als Projektmitarbeiterin der Kirche für Konzernverantwortung, Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfung ein.

Was hat die Konzernverantwortungsinitiative mit Menschenrechten zu tun?

Immer wieder verletzen Schweizer Konzerne die Menschenrechte: Glencore aus Zug lässt die indigene Bevölkerung in Peru vertreiben, und in Zentralindien verkauft Syngenta aus Basel tödliche Pestizide, die in der Schweiz schon lange verboten sind. Die Konzernverantwortungsinitiative verlangt, dass Konzerne mit Sitz in der Schweiz nicht länger wegschauen, sondern die Menschenrechte respektieren.

Wie sieht es in anderen Industrienationen mit ethischen Standards für Konzerne aus?

2011 hat die UNO Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte verabschiedet. Darauf aufbauend haben viele Staaten bereits verbindliche Regeln für Konzerne eingeführt. Die Konzernverantwortungsinitiative erfindet so das Rad nicht neu – sie setzt um, was schon länger gefordert und in vielen anderen Ländern bereits umgesetzt wurde: die Achtung international anerkannter Menschenrechte und Umweltstandards.

 

 

 

 

27. November 2019
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 25
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