Kontemplativ-caritativ. Mönch mit Herz Foto: fotolia/Masson

Mönchtum, das – (weitere Geschichte)

Sebastian Schafer erklärt, welche Bezeichnungen für Männer hinter oder auch ausserhalb fester Klostermauern korrekt sind

Antonius begründete das Mönchtum, Pachomius gab ihm eine Struktur – und ab da waren die Mönche nicht mehr aufzuhalten. Bis ins Mittelalter hatten sich verschiedene Konzepte des Mönchslebens entwickelt: Die Anachoreten waren Einsiedler, die Sarabaiten zogen in Gruppen herum und die Gyrovagen waren alleine auf der Wanderschaft.

Einem frommen Italiener im Jahr 540 waren diese Arten von Mönchen aber alle ein Graus. Benedikt von Nursia griff also zu Stift und Papier, befand, es wäre besser, «über den erbärmlichen Lebenswandel all dieser zu schweigen als zu reden», und entwarf die Regula Benedicti – gegründet war der Benediktinerorden. Die Benediktiner lebten in geschlossenen Gemeinschaften, und ihr Motto «Bete und arbeite» prägte das Gemeinleben – was sie von den früheren, unsteten Gemeinschaften unterschied. Die Regula Benedicti feierte durchschlagenden Erfolg und mauserte sich bald zur meistbenützten Ordensregel. Es folgten im Mittelalter zahlreiche weitere Orden: Dominikaner, Franziskaner, Zisterzienser, Kartäuser und viele weitere Gemeinschaften sprossen wie Pilze aus dem Boden.

Aber Achtung: Nur Mitglieder monastischer Orden werden als Mönche bezeichnet – die Franziskaner als Bettelorden gehören bspw. nicht dazu. Mitglieder solcher Gemeinschaften sind schlicht Ordensbrüder oder -schwestern. Orden wiederum unterscheiden sich von Kongregationen. Erstere bezeichnen traditionelle Gemeinschaften, die älter als 700 Jahre sind. Orden verlangen ein «ewiges», Kongregationen dagegen meist nur ein einfaches Gelübde. Auch unterscheiden sich in den Lebensformen zwei Strömungen: Die vita contemplativa bezeichnet ein zurückgezogenes Leben als abgeschlossene Gemeinschaft, beispielsweise die Benediktiner, während Orden wie die Beginen eine vita activa betreiben, das soziale Engagement ins Zentrum stellen, hinausgehen und in der Gesellschaft aktiv sein wollen. Beides hat seine Berechtigung. Die Benediktiner dürfen nicht zur Festung gegen die Welt werden – und die Beginen nicht zum reinen Sozialdienst.

Sebastian Schafer

Katholisch kompakt im Überblick

27. Juni 2018
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 27-28
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