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News-Artikel

Muss 6: Die Religionen versöhnen?

In Bern entsteht ein «Haus der Religionen», mehrere Weltreligionen unter einem Dach! Das ist ein wunderbares Hoffnungszeichen, dass unter den Religionen gegenseitiges Vertrauen und Respekt wachsen. Es möge ausstrahlen, bis alle Menschen unseren Planeten als ein einziges Haus betrachten und sich als gleichwertige Brüder und Schwestern verstehen und behandeln. Eigentlich sollte das logisch sein, wenn man an Gott glaubt. Denn wie kann man glauben, dass Gott die Menschen geschaffen hat und sich gleichzeitig wie eine Bestie aufführen? Das ist die gröbste Beleidigung Gottes, die es gibt, und macht diesen Glauben zum hässlichsten UnGlauben. Darum stellt sich an den interreligiösen Dialog die Frage: Schliesst er nur die gemässigten Kräfte ein? Oder verstehen es diese, die extremistischen Gruppierungen innerhalb ihrer Religionen zur Vernunft und Mässigung zu bewegen? Wie lange noch können Taliban, extreme Christen, ultraorthodoxe Juden und andere Extremisten Rassismus verbreiten? Egal welchen Namen diese Leute Gott geben, sie beleidigen ihn aufs Schlimmste. An dieser gottlosen Hetze beteiligen sich leider nicht nur religiöse Fundamentalisten, sondern auch ungläubige Opportunisten, etwa Politiker, die die Religionen für ihre Zwecke instrumentalisieren. Umso wichtiger ist es, dass sich die guten Kräfte in den Religionsgemeinschaften zusammenschliessen und gemeinsam gegen religiösen und areligiösen Terror vorgehen. Es gibt keinen Weltfrieden ohne Religionsfrieden.

Das Lebenshaus unseres Glaubens gleicht einer grossen Kathedrale, an der seit nunmehr 2000 Jahren ununterbrochen gebaut wird. Unzählige Bauherren haben  daran mitgewirkt: die frühchristlichen Gemeinden und Evangelisten, der   Glaubenssinn von Millionen Menschen, das kirchliche Lehramt, Prophetinnen und   Propheten. José Balmer schreibt über seinen Glauben. Ganz persönlich. In den  1980er Jahren lebte er in Bolivien. Sein Glaube ist von den Erfahrungen in dieser  Weltgegend geprägt.

Wer auf seine Anregungen einsteigen will, kritisch, zustimmen oder ergänzend, kann das in unserem begleitenden Forum tun (Online-Formular, Email).

12. November 2014