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Acht Jahre lang Co-Präsidentin des Ökumenischen Forums christlicher Frauen Europas: die Katholikin Catherine Gyarmathy-Amherd. Foto: zVg

Ökumenisches Forum christlicher Frauen Europas – Catherine Gyarmathy-Amherd

Eine Plattform für Frauen verschiedener Konfessionen aus Ost und West sollte es werden; ein Ort des Austausches und der gegenseitigen Unterstützung über Grenzen hinweg – gelebte Frauenökumene. 1982 wurde in Gwatt das ökumenische Forum christlicher Frauen Europas gegründet.

Von Anfang an waren Schweizerinnen aktiv mit dabei. Ruth Epting – sie gehört zu den vier ersten reformierten Pfarrerinnen der Schweiz – war massgeblich mitbeteiligt, dass dieses grosse ökumenische Frauennetzwerk zustande kam. Catherine Gyarmathy-Amherd war acht Jahre lang Co-Präsidentin, zusammenmit einer Lutheranerin aus Wien und einer orthodoxen Christin aus Griechenland. Sie sei, so bemerkt sie, eher zufällig ins Amt reingerutscht. Als Co-Präsidentin des Ökumenischen Forums der Schweiz nahm sie 1998 an der Generalversammlung in Madrid teil und wurde als Katholikin gerne gewählt; Katholikinnen waren in ökumenischen Zusammenhängen eher untervertreten. Catherine Gyarmathy war eine ideale Brückenbauerin. Verheiratet mit einem Ungarn aus Siebenbürgen, kannte sie verschiedene Welten und wusste sie zu verbinden. Sie war sichbewusst, dass für Beziehungen zwischen Kulturen ein hohes Mass an Aufmerksamkeit und Sensibilität notwendig ist, um einander auf Augenhöhe zu begegnen. Angestossen von der Konziliaren Versammlung «Friede in Gerechtigkeit» in Basel 1989 hatte sie zudem zusammen mit einigen Frauen innerhalb des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes die Arbeitsgruppe «Frauen Ost- West» gegründet und ist dort immer noch engagiert. «Wir konnten einige Frauen in der Zeit der Umorientierung nach dem Kommunismus begleiten, Impulse geben, unterstützen, untereinander vernetzen, ethnische und konfessionelle Grenzen überwinden helfen und ihr Selbstbewusstsein stärken.» Catherine Gyarmathy war in den Jahren an den verschiedensten Orten anzutreffen: in Porto stand die Frage nach dem Zusammenleben in multikulturellen Gesellschaften im Zentrum, in Novi Sad arbeitete sie mit serbischen Frauen zum Thema Konfliktbearbeitung, in Strasbourg ging es um das politische Lernen, in Celakovice wurde sie wiedergewählt, in Thessaloniki fragte man nachden weiblichen Wurzeln Europas… Die Treffen haben die Gastgeberinnen in ihrem jeweiligen kirchlichen Umfeld gestärkt und zwischen den Frauen verschiedener Herkunft tragfähige Beziehungen und tiefe Freundschaften entstehen lassen.

Angela Büchel Sladkovic

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6. April 2016
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