Rassismus hat keinen Platz

Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Diskrimi­nierung – Begriffe, die wir aus der Presse, aus politischen Diskussionen und Aufklä­rungskampagnen kennen. Aber wo zeigt sich Rassismus? Die Aktionswoche der Stadt Bern gegen Rassismus, die vom 21. bis 27. März stattfindet, thematisiert in die­sem Jahr den Rassismus im öffentlichen Raum. Ist das auch ein Thema für die Kirche?

Überall, wo sich Menschen begegnen, kann es zu diskriminierenden Äusserungen, rassisti­schen Beschimpfungen oder gar physischer Gewalt gegen Menschen mit Migrationshin­tergrund kommen. Rassismus im öffentlichen Raum bezieht sich auf Vorfälle an der Bushal­testelle, in der Schlange vor der Supermarkt­kasse oder in der Disco.
Ob wir uns dabei eingeschüchtert abwenden oder couragiert eingreifen – es sind die Men­schen, die den Unterschied machen und Raum lassen für Rassismus – oder eben nicht. Die katholische Kirche umfasst nicht nur Ge­meinschaften aus der ganzen Welt, sondern sie schafft auch bewusst Raum für Begegnun­gen zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft. Raum für Rassismus?

«Turmbau zu B»
Ganz nach dem Motto «In unseren Kirchen hat Rassismus keinen Platz» lancieren die Fach­stelle «Kinder&Jugend» und die Fachstelle Sozialarbeit den «Turmbau zu B» einen Quar­tierwettkampf im Rahmen der Aktionswoche gegen Rassismus. Bunt zusammengesetzte Gruppen aus der Stadt Bern und den Agglo­merationsgemeinden messen sich vom 21. bis 27. März im Bauen von Stuhltürmen – als Zei­chen der Vielfalt und gegen Rassismus.
Über Sprachgrenzen hinweg werden gemein­sam vielfarbige und vielfältige Türme gebaut. Denn es zählt nicht nur die Höhe, sondern auch die Anzahl Muttersprachen der Men­schen, die beim Turmbau mithelfen. Das Ge­winner-Quartier wird mit einem Preis belohnt.
Verschiedene katholische Pfarreien und refor­mierte Kirchgemeinden in der Region Bern nehmen an diesem «Turmbau zu B» teil. Ihnen angeschlossen haben sich Kinder- und Ju­gendgruppen, interkulturelle Treffpunkte und der Chor der Nationen Bern. An zwölf Stand­orten wird während der Aktionswoche ein Turm gebaut (siehe unten).

Sie alle sind herzlich eingeladen, Ihr Quartier oder Ihre Gemeinde beim Turmbau zu unter­stützen. Nehmen Sie von zuhause einen Stuhl mit, damit «Ihr» Turm der höchste, schönste, vielfältigste wird. Am Schluss können Sie Ihren Stuhl wieder unversehrt nach Hause nehmen! Kommen Sie einfach bei «Ihrem» Turm vorbei. Sie brauchen sich nicht anzumelden!

Vielsprachig und bunt
Den Turmbau zu Babel hat Gott biblischen Überlieferungen zufolge einst verhindert, in­dem er die Sprachen verwirrte. Er hat damit der Vision von «einem Volk und einer Spra­che» eine Absage erteilt. Vielsprachig, vielfäl­tig und bunt hat dieser alten Geschichte nach Gott seine Menschheit gemacht. Verschiede­ne katholische Würdenträger wie auch die eu­ropäische Justitia-et-Pax-Kommission rufen zu Frieden und zum Einsatz gegen Nationalis­mus und Rassismus auf. Nehmen wir uns ihre Worte zu Herzen und setzen sie in die Tat um – nicht nur vom 21. bis am 27. März, sondern jeden Tag.

Eveline Dürr (FASA)

Die Turmbaudaten

Belp, Dorfschulhausplatz: Samstag, 21. März, ab 12.00
Bern Breitenrain, Kiesplatz bei Stauffacherstr. 11: Samstag, 21. März, ab 14.00
Bern Zentrum, vor der Dreifaltig­keits-Kirche: Samstag, 21. März, ab 14.00
Köniz, Liebefeldpark: Samstag, 21. März, ab 14.00
Bern Tiefenau, vor der kath. Kir­che Heiligkreuz: Samstag, 21. März, 18.00
Bern Länggasse, Mensa Terrasse Uni Tob­ler: Montag, 23. März, 17.00
Bern Nydegg, Nydegghöfli: Mittwoch, 25. März, ab 16.00
Bern Ostring, bei der Kath. Kirche Bruder Klaus: Mittwoch, 25. März, 18.00
Bern Bürenpark, Bürenpärkli: Mittwoch, 25. März, 18.00
Bern West, bei der kath. Kirche St. Mauritius: Freitag, 27. März, ab 17.00
Zollikofen, vor der kath. Kirche St. Franziskus: Freitag, 27. März, 18.00
Bern Waisenhausplatz: Freitag, 27. März, 18.15.

Weitere Informationen:
www.kathbern.ch/fasa
www.kathbern.ch/kiju
www.berngegenrassismus.ch

11. März 2015