Bild: Pia Neuenschwander

«...redeten sie frei heraus!»

Als der 50. Tag, der Tag des Wochenfestes, gekommen war, waren sie alle beisammen. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Tosen wie von einem Wind, der heftig daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich aufhielten.

Es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten, und auf jede und jeden von ihnen liess sich eine nieder. Da wurden sie alle von heiliger Geistkraft erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden; wie die Geistkraft es ihnen eingab, redeten sie frei heraus.

Unter den Jüdinnen und Juden, die in Jerusalem wohnten, gab es fromme Menschen aus jedem Volk unter dem Himmel. Als nun dieses Geräusch aufkam, lief die Bevölkerung zusammen und geriet in Verwirrung, denn sie alle hörten sie in der je eigenen Landessprache reden. Sie konnten es nicht fassen und wunderten sich: «Seht euch das an! Sind nicht alle, die da reden, aus Galiläa? Wieso hören wir sie dann in unserer je eigenen Landessprache, die wir von Kindheit an sprechen? Die aus Persien, Medien und Elam kommen, die in Mesopotamien wohnen, in Judäa und Kappadozien, in Pontus und in der Provinz Asien, in Phrygien und Pamphylien, in Ägypten und in den zyrenischen Gebieten Libyens, auch die aus Rom Zurückgekehrten, von Haus aus jüdisch oder konvertiert, die aus Kreta und Arabien kommen: Wir hören sie in unseren Sprachen von den grossen Taten Gottes reden.»
Sie alle konnten es nicht fassen und waren unsicher; sie sprachen zueinander: «Was mag das sein?»

Andere aber spotteten: «Sie sind mit Federweissem abgefüllt.»

Als dann Petrus, zusammen mit den elf anderen, auftrat, erhob er seine Stimme und redete zu ihnen frei heraus: «Meine jüdischen Landsleute und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sollt ihr wissen! Schenkt meinen Worten Gehör! Diese hier sind doch nicht betrunken, wie ihr annehmt. Es ist ja erst die dritte Stunde am Tag.
Es handelt sich vielmehr darum, was durch den Propheten Joel gesagt ist:

‹Sein wird’s in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich von meiner Geistkraft ausgiessen auf alle Welt, dass eure Söhne und eure Töchter prophetisch reden, eure jungen Leute Visionen schauen und eure Alten Träume träumen. Auch auf meine Sklaven und auf meine Sklavinnen will ich in jenen Tagen von meiner Geistkraft ausgiessen, dass sie prophetisch reden. Und ich will Wunder wirken am Himmel oben und Zeichen auf der Erde unten: Blut und Feuer und qualmenden Rauch. Die Sonne wird sich in Finsternis verkehren und der Mond in Blut, bevor der Tag Adonajs kommt, gross und glanzvoll. Sein wird’s, dass alle gerettet werden, wer immer den Namen Adonajs anruft.›»

Apostelgeschichte 2,1-21
Text aus: Bibel in gerechter Sprache. Gütersloher Verlagshaus 2006

1. Juni 2017
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