Foto: Marco Genteki Röss

Rollenbilder: Frau und Mann in den Religionen

Fragen nach weiblichen und männlichen Rollenbildern bieten Stoff zu zahlreichen Diskussionen. Aufgrund des grossen Interesses findet diesen Frühling im Haus der Religionen zum dritten Mal eine  in Kooperation mit der Universität Bern statt. Wir möchten wissen, wie die verschiedenen Religionen mit Geschlechterfragen umgehen. Welche Zuschreibungen und Gesetzgebungen finden sich in den heiligen Schriften? Welche gesellschaftlichen Rollen wurden und werden Männern und Frauen in den Religionsgemeinschaften zugewiesen? Uns interessiert, welche Fragen aktuell diskutiert werden und ob es in den Religionen Alternativen zum binären Modell der zwei Geschlechter gibt.Reihum wendet sich jeder Abend einer Religion zu und bringt anhand der Genderdebatte Theorie und Praxis ins Gespräch. Die Vorlesungsreihe findet ab März jeweils am Dienstagabend ab 18.30 im Haus der Religionen statt und steht allen Interessierten offen.

Am Dienstag, 10. März, spricht die feministische Theologin Prof. Silvia Schroer aus christlicher Sicht. Neben erstaunlich egalitären Entwürfen, nachdenklichen Stimmen und bemerkenswerten Zeugnissen von Frauen findet sie in den biblischen Schriften ein auf weite Strecken ungebrochen patriarchales Muster des Geschlechterverhältnisses. Frauen sollten Mütter sein, nicht Heldinnen, Prophetinnen oder Weise. Sie sollten schweigen, dienen, pflegen. Aus der Praxis reagiert darauf der in der Männerarbeit engagierte Theologe Stefan Gasser-Kehl.Die Tübinger Professorin Fahimah Ulfat geht am Dienstag, 17. März, auf Diskurse über Geschlechtergleichstellung und -differenz ein, die sie anhand der sozialen Praxis junger Muslim*innen erforscht. Imam Mustafa Memeti berichtet anschliessend von seinen Erfahrungen mit Gleichstellungsfragen in der Berner Moschee.

4. März 2020
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 6
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