Das Parlament der röm.-kath. Landeskirche des Kantons Bern tagte im Berner Rathaus. Foto: Niklaus Baschung

SICHTBARES ENGAGEMENT

DAS PARLAMENT DER RÖM.-KATH. LANDESKIRCHE DES KANTONS BERN GENEHMIGTE DIE RECHNUNG 2020 UND DAS BUDGET 2021. EIN PROJEKT ZU GUNSTEN VON KINDERN MIT BEEINTRÄCHTIGUNG WIRD VERLÄNGERT.

Vor zweieinhalb Jahren hatte sich das Parlament der Römisch-katholischen Landeskirche zugunsten eines Projekts für Kinder mit einer Beeinträchtigung ausgesprochen. Die Kinder sollten den Religionsunterricht im normalen Rahmen einer Pfarrei besuchen können. Für den zusätzlichen Betreuungsaufwand wurden finanzielle Mittel im Umfang einer 50-Prozent-Stelle gesprochen, befristet auf drei Jahre.

Nun hat die Fachstelle Religionspädagogik eine Zwischenbilanz gezogen. Die Nachfrage nach Betreuung im Unterricht ist demnach gegeben, wenn auch nicht im erwarteten Umfang. Weil seit März 2020 jedoch kaum mehr Präsenzunterricht stattfand, kam das Projekt zum Erliegen. Das Parlament beschloss, dieses um zwei Jahre zu verlängern, allerdings nur mit Mitteln entsprechend einer 25-Prozent-Stelle.

Der Landeskirchenrat beantwortete eine Interpellation zur Fassung von Abstimmungsparolen durch den Landeskirchenrat. Dieser hielt in seiner Antwort fest, dass er als Exekutive der staatskirchenrechtlichen Seite der Kantonalkirche selten zu politischen Fragen Stellung beziehe. In der jüngeren Vergangenheit sei dies nur zwei Mal der Fall gewesen. Beide Male ging es um Fragen, welche die Kirche direkt betrafen: 2014/2015 zu den geplanten Sparübungen des Kantons zu Lasten der Kirchen sowie 2019 zur Revision des Sozialhilfegesetzes.

Überschuss im Corona-Jahr

Weil die Herbstsession des Parlaments im November 2020 wegen Corona ausfiel, beschloss das Parlament nun mit Verspätung das Budget für das laufende Jahr. Es sieht einen Ertragsüberschuss von CHF 322'000 vor.

Die Rechnung 2020 weist ein Plus von über einer halben Million Franken aus. Augenfälligster Unterschied im Vergleich zu den Vorjahren ist der um rund 12 Mio. Franken höhere Personalaufwand. Dies, weil die Seelsorgenden seit 2020 direkt von den Landeskirchen angestellt sind. Der Kanton Bern vergütet der Röm.-kath. Landeskirche diese Kosten noch bis 2025. Die positiven Zahlen können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die längerfristigen Prognosen für die Röm.-kath. Landeskirche des Kantons Bern durchzogen sind. Der Finanzplan sieht ab 2023 Verluste vor. Der Trend, der Kirche den Rücken zu kehren, hat sich mit der Corona-Pandemie nicht verringert. Es wird eine wichtige Aufgabe sein, den Menschen darzulegen, welche zentralen Aufgaben sie mit ihren Kirchensteuern finanzieren.

Thomas Uhland

30. September 2021
erstellt von angelus
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