Katholischer Gottesdienst am Minifest 2011 in Zug. Die Bänke in katholischen Kirchen bleiben leer.

Katholischer Gottesdienst am Minifest 2011 in Zug. Die Bänke in katholischen Kirchen bleiben leer.

So! Oder so!

Eine Statistik – zwei Berichte. Die Ergebnisse der Volkszählung 2010 sind in diesen Tagen erschienen. Auch die Religionszugehörigkeit der Schweizer Bevölkerung ist erfasst worden. Wie und was davon berichtet wird, ist unterschiedlich. Die beiden unteren Artikel beziehen sich auf die gleiche Statistik. Alle Zahlen sind korrekt. Je nach Bildauswahl und Auswahl des Datenmaterials entsteht ein völlig anderes Bild. 

Katholische Kirche hat Erfolg 
Die katholische Kirche in der Schweiz findet guten Zuspruch. So hat von 2000 bis 2010 die Zahl der Katholiken und Katholikinnen um 5,8% zugenommen. Innerhalb von 10 Jahren ist die Zahl der Katholiken und Katholikinnen in der Schweiz um ca. 190 000 Personen gestiegen. Die römisch-katholische Kirche ist mit Abstand die grösste Religionsgemeinschaft des Landes (38,3% der Gesamtbevölkerung), vor der evangelisch-reformierten Kirche (30,9%). 

Katholische Kirche leert sich unaufhaltsam
Die römisch-katholische Kirche findet immer weniger Zuspruch. Von allen Religionsgemeinschaften in der Schweiz verzeichnete sie von 2000 bis 2010 den grössten Mitgliederschwund. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung nahm um 3,7% ab. Etwas weniger bluten musste die reformierte Kirche (–3,2%). Während sich die Kirchen unaufhaltsam leeren, ist bald jeder Fünfte konfessionslos. 

Felix KlingenbeckAutorenportraits

25. Juli 2012