Verwalter Pascal Bord während einer Kirchgemeindeversammlung im Pfarreizentrum St. Maria. Foto: Niklaus Baschung

SOZIALE VERANTWORTUNG

WAS SIND DIE FOLGEN DER CORONA-PANDEMIE FÜR DIE KIRCHGEMEINDE BIEL UND UMGEBUNG? VERWALTER PASCAL BORD NIMMT STELLUNG.

Wie hat die COVID-Krise unsere Kirchgemeinde betroffen?

Pascal Bord: Die COVID-Pandemie hat viel Leid gebracht, geliebte Menschen haben uns verlassen, andere haben an Körper und Geist gelitten, beten wir für sie. Auch wenn die Aktivitäten in den Pfarreien stark eingeschränkt waren, blieben die Kirchen offen, unsere Pastoral blieb in Kontakt, insbesondere mit unseren älteren Kirchenmitgliedern. Einige Mitarbeiter hatten mehr Arbeit, andere konnten sich auf das nächste Kirchenjahr vorbereiten und unerledigte Aufgaben nachholen. Die Kirchgemeinde hat soziale Verantwortung bewiesen, indem sie den Lohn aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen garantierte.

Was sind die finanziellen Perspektiven für die Kirchgemeinde?

Wie die Kantone und Gemeinden finanziert die Kirchgemeinde ihre Aktivitäten durch Steuern. Wir erwarten verspätete Zahlungen von Steuern im Jahr 2020. Die Wirtschaftskrise hat Unternehmen und Einzelpersonen getroffen, deren Einkommen im Jahr 2020 generell sinken und die im Jahr 2021 weniger Steuern zahlen werden. Das nächste Jahr wird daher schwierig für unsere Kirchgemeinde mit - laut Prognosen - zu erwarteten Steuereinbussen von 20% oder rund CHF 1,5 Mio. Mit einem Budget geprägt durch starke Einsparungsmassnahmen, insbesondere für Gebäude, und vor allem dank der in den vergangenen Jahren getroffenen Vorkehrungen, wird es möglich sein, den vorhersehbaren Verlust zu begrenzen, ohne Personal abzubauen. Das ist für mich sehr wichtig. Ich denke, diejenigen, die Vorbehalte gegen eine umsichtige Finanzpolitik geäussert haben, erkennen jetzt, dass Entlassungen ohne diese Reserven notwendig gewesen wären. Die Kirchgemeinde wird die schwierige Phase bestehen, aber die Wirtschaft muss sich erholen, um in Zukunft die Beschäftigung und damit die Kirchensteuern zu gewährleisten.

Wie profitiert die Kirchgemeinde von Ihren politischen Verpflichtungen im Bieler Stadtrat, im Parlament der Landeskirche?

Unsere Kirchgemeinde ist keine Insel. Sie hängt vom Kanton und der Stadt Biel ab, von den Finanzströmen mit der Landeskirche des Kantons Bern. Um die Interessen der Gemeinde bestmöglich zu verteidigen, ist es wichtig, direkt in diesen Gremien tätig zu sein. Nehmen wir zum Beispiel die Überarbeitung des Steuergesetzes: die Zusammenarbeit zwischen Städten und Kirchgemeinden, um einen Anteil des an den Kanton gezahlten Bundesbetrags zu erhalten, aber auch um Steuerverluste zu verringern. Dies entspricht für uns mehreren Zehntausend Franken pro Jahr.  Möchten Sie die Interessen der Kirchgemeinde und die christlichen Werte angemessen verteidigen: Gehen Sie abstimmen!

Interview: angelus

1. September 2020
erstellt von angelus
  • Pfarrblatt / Angelus