Kirchenfenster des Künstlers Coghuf in der Pfarreikirche Saint-Valbert in Soubey. Fotos: Niklaus Baschung

SPIEL MIT DEM LICHT

64 KIRCHEN MIT MODERNEN GLASFENSTER GIBT ES IM SCHWEIZER JURA. EIN KIRCHENBESUCH LÄSST SICH AUCH MIT EINER WANDERUNG VERBINDEN.

Keine andere Region der Schweiz verfügt über eine derartige Vielfalt an modernen Glas- und Wandgemälden wie der Jura. Berühmt sind vor allem die abstrakten Glasmalereien in Kirchen und Kapellen mit ihren kräftigen Farben. Ein wichtiger Anstoss dazu kam von der Delsberger Architektin Jeanne Bueche, die nach 1950 selber Sakralbauten entwarf und über 30 bestehende Kirchen renovierte. Dabei arbeitete sie jeweils eng mit einheimischen und französischen Künstlern zusammen.

Einige dieser sakralen Bauten stehen in einer beschaulichen Landschaft, die zum Wandern einlädt. Wie die im Jahr 1632 eingeweihte Pfarreikirche Saint-Valbert in Soubey, welche ein einzigartiges Dach aus Kalksteinplatten besitzt und unter Denkmalschutz steht.

Von hier aus lässt sich eine malerische Wanderung dem Doubs entlang nach dem mittelalterlichen Städtchen St. Ursanne machen. Zu Beginn wandert man auf der rechten Uferseite auf einer breiteren Strasse bis etwa nach einer Stunde der Fluss überquert wird. Der Pfad führt nun durch eine verzauberte Landschaft mit Blick auf den naturbelassenen Flusslauf. Mit einem Besuch des Kreuzgangs aus dem 14. Jahrhundert neben der Stiftskirche in St. Ursanne kann dieser kleine „Pilgerweg“ mit einem ganz anderen Baustil abgerundet werden.

Zurück zur Kirche Saint-Valbert (*): Zwischen 1957 und 1963 hat die Architektin Jeanne Bueche den Bau renoviert. In der Folge wurden 1962 die neun Farbfenster in Spitzbögen des Künstlers Coghuf eingebaut. Coghuf liess sich stark vom Farben- und Lichtspiel seiner Wahlheimat Muriaux in den Freibergen inspirieren. Die Glasfenster wurden auf der Grundlage von ausgewählten biblischen Texten geschaffen. Sie erzählen vom Geist Gottes, der über den Wassern schwebt, von der Verkündigung, von Jesu Geburt, von der Verwandlung des Wassers in Wein, von der Bergpredigt, von Jesus im Tempel, vom Abendmahl, von der Auferstehung Christi. Mit seiner abstrakten Kunst hat sich der Künstler aber von einer konkreten Darstellung befreit, er spielt mit Licht und Schatten, mit der Natur, welche die Glasfenster in der Kirche lebendig gestaltet. Innen ist Aussen – Aussen ist Innen.

Niklaus Baschung

Wanderung

Start- / Zielort: Start: Soubey JU, Busstation village Ziel: St-Ursanne JU, Bahnhof Wanderdaten: Dauer: 3h40 (retour: 3h40) | Distanz: 15.0 km aufwärts: 115 m | abwärts: 130 m min. Höhe: 438 m.ü.M. | max. Höhe: 492 m.ü.M. Die Wanderung kann auch umgekehrt unternommen werden. Bei der Planung sind die wenigen Busverbindungen zu berücksichtigen. In Soubey gibt es einige Autoparkplätze.

*Quelle: Moderne Kirchenfenster im Jura, Editions Pro Jura, erweiterte Auflage 2005, mit zahlreichen Farbbildern.

28. Mai 2021
erstellt von angelus
  • Pfarrblatt / Angelus