Kinderlachen, positive Rückmeldungen, Ausgleich zum Alltag, einfaches Leben und das Ambiente - Gute Gründe für das Sommerlager. Fotos: zVg

Kinderlachen, positive Rückmeldungen, Ausgleich zum Alltag, einfaches Leben und das Ambiente - Gute Gründe für das Sommerlager. Fotos: zVg

Spiel, Spass, Freude - und ganz viel Arbeit

Der Reissverschluss verfängt sich, geht nicht vor oder zurück, löst sich dann doch und erfüllt seinen Zweck. Der Schlafsack ist alt, die Daunen sind so spröde, und die Temperatur im Zelt sinkt bis auf 8 Grad Celsius. Nicht fehlen dürfen Steine und Wurzeln, zwar liegt man getrennt durch Isoliermatte und Wolldecke, doch das Kreuz bekommt sie mit und meldet sich umgehend.

Warum tun sich das auch dieses Jahr über 100 Leitende von Jungwacht Blaurings (Jubla) im Kanton Bern im sogenannten Sommerlager an? Suchen sie während dieser Zeit den Kontrast zum Stadtleben? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Wir haben uns bei fünf der zwölf Berner Jubla-Lokalgruppen (genannt Scharen) auf die Pirsch gelegt und sind der Sache auf den Grund gegangen.

Einfachheit überzeugt

Die beiden Scharen aus Thun, die Buben der Jungwacht und die Mädchen des Blauring, führen dieses Jahr das Lager in Ennetmoos (NW) gemeinsam durch. Es sind die letzten beiden Scharen aus demselben Ort des Kantons Bern, die, wie früher üblich, noch getrennte Wege gehen und dadurch ihre ganz eigene Schardynamik aufweisen. In diesem Sommerlager wird aber alles gemeinsam entschieden, die beiden Leitungsteams haben zusammen «Hock» an jedem Abend. Nicht soviel duschen, sich eine eigene Welt aufbauen, das einzigartige Plumpsklo-Ambiente oder die gelebte Gemeinschaft sind nur einige Gründe, welche die jungen Leitenden begeistern.

Die Scharen aus Bern-Dreifaltigkeit und Bümpliz führen ihre Zeltlager traditionellerweise zusammen durch. Im solothurnischen Aetigkofen, nahe der ältesten Eiche der Schweiz, helfen sie Asterix und Obelix, ihren verlorenen Druiden Miraculix wiederzufinden. Ihre familiäre Grösse erlaubt es, auch Flüchtlingskindern unvergessliche zehn Tage im Zelt zu bieten. Diese kulturelle Auffrischung stellt im gallischen Dorf für alle eine Bereicherung dar und findet dieses Jahr schon zum zweiten Mal statt. Kinderlachen und die positiven Rückmeldungen von Teilnehmenden wie Eltern schätzen die Leitenden sehr und spornen sie zu ihrer Arbeit an. Aber auch die Stimmung im Team scheint wiederum einzigartig.Carole, die Hauptverantwortliche, meint: «Unser Leitungsteam ist natürlich das Beste!», und grinst.

Guter Ausgleich

Die Jubla Ostermundigen, die grösste Schar des Kantons Bern, hat ihre Zelte dieses Jahr im bernjurassischen Tramelan, unweit des Étang de la Gruère, aufgeschlagen. Die hohe Teilnehmerzahl erfordert viel Struktur und einen hohen Organisationsgrad, was auch im Lageralltag während unseres Besuchs spürbar ist. So haben sich am Besuchstag rund 200 Eltern, Verwandte und Bekannte auf dem Lagerplatz eingefunden. Sie alle wurden verköstigt und haben auch im nachmittäglichen Geländespiel mitgemacht. Die Gründe, welche die Leitenden zu diesem enormen Aufwand motivieren, sind vielfältig: Es sei ein guter Ausgleich zum Alltag, und die Leitungserfahrung öffne ihm sicher auch berufliche Türen, meint Amin, der dieses Jahr zum ersten Mal mitleitet. David und Corina, die schon etwas länger im Leitungsteam mitwirken, ergänzen, dass man ja im Lager zwei Wochen mit Freunden verbringe, die Arbeit zwar viel Energie erfordere, aber genauso viel zurückgebe, und unvergessliche Erlebnisse in Erinnerung blieben.

Nach spätestens zwei Wochen ist die Idylle vorerst vorbei: Die Leitenden verschaffen sich inmitten von nassen Zelten und dreckigen WC-Kübeln einen Überblick. Die eigentliche Arbeit hat gerade angefangen: putzen, aufräumen, trocknen, die Fotos für den Lagerrückblick aussortieren und die gefühlten 500 Kisten Fundgegenstände verteilen. Dabei kommen schon erste Ideen fürs nächste Sommerlager ...

Tobias Weibel, Marcel Stolz

Was ist Jubla?
Jungwacht Blauring ist der grösste katholische Kinder- und Jugendverband und offen für Teilnehmende aller Religionen und Kulturen. Im Kanton Bern sind die Lokalgruppen, sogenannte Scharen, in den folgenden Pfarreien aktiv: Biel, Lyss, Zollikofen, Burgdorf, Bern-Dreifaltigkeit, Bümpliz, Bethlehem, Ostermundigen, Thun, Spiez und Interlaken. Neben den Sommerlagern finden auch während des Jahres regelmässige Aktivitäten statt. Die Angebote sind offen für Kinder und Jugendliche von 5–16 Jahren. Weitere Informationen sind auf www.jublabern.ch verfügbar.

26. Juli 2017
erstellt von «pfarrblatt»
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