©Veronika Bachmann

Transformiert statt ausrangiert

Haben auch Sie eine veraltete Bibel zuhause? Schon mal daran gedacht, sie wegzuwerfen? Warten Sie noch! 

In der heutigen Zeit stellt sich aufgrund des Mitgliederschwunds der staatlichen Kirchen sowie der wachsenden Anzahl konfessionsloser oder atheistischer Personen die Frage nach der zukünftigen Nutzung von sakralen Räumen.
Aber nicht nur Räume werden einem neuen Zweck zugeführt. Das Christentum ist eine Buchreligion; aber die Bibel ist für Christen nicht so heilig wie der Koran für die Muslime oder die Thora für die Juden. Deswegen befindet sie sich auch ununterbrochen im Wandel. 2016 kamen gleich zwei neue Übersetzungen der Heiligen Schrift auf den Markt, eine neue Lutherübersetzung sowie eine revidierte Einheitsübersetzung. Was passiert jetzt aber mit den Bibeln, die nicht mehr gebraucht werden? Das Neue Testament ist das meistgedruckte Schrifterzeugnis in der Geschichte der Menschheit, aber: darf man eine Bibel wegwerfen?

Diesen Fragen wollen das Religionspädagogische Institut (RPI) der Universität Luzern und das Schweizerische Katholische Bibelwerk (SKB) nun die Stirn bieten. Sie lancieren den Wettbewerb „bibelwerken“; Ziel ist es, auf kreative, künstlerische und nachdenkliche Weise auszuloten, was mit Bibeln passieren kann, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.

Einzelpersonen, Schulklassen, Gruppen oder Pfarreien sind eingeladen, aus mindestens zwölf Bibeln etwas zu gestalten, was mehr ist als Altpapier. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Judentum und Islam kennen genaue Regeln, wie ein beschädigter oder alter Koran oder eine Thora entsorgt werden sollen. Wieso soll also eine Bibel einfach weggeworfen werden?

Einsendeschluss des Wettbewerbs ist der 28. Februar 2018. Teilnehmen kann jede Person mit Wohnsitz in der Schweiz, das Projekt muss dokumentiert werden und das Resultat visuell erfahrbar sein.

Information und Teilnahmebedingungen auf www.bibelwerken.ch.

sch

22. Juni 2017
  • Pfarrblatt / Angelus
  • Bildung