Transsubstantiation, Konsubstantiation, Substanz und Wesensverwandlung – korrekt, wir sind in der Theologie. Foto: fotolia/ra2 studio

Transsubstantiation, die –

Was verstehen Sie unter dem Begriff «Substanz»? Gewöhnlich bezeichnen wir damit den Grundstoff, aus dem ein Ding gemacht ist.

Im philosophisch-theologischen Kontext allerdings meint Substanz mehr: nämlich den grundlegendsten Charakter, der einer Sache innewohnt. Sein Wesen sozusagen. Bei der Hostie ist dies vor der Transsubstantiation, lateinisch für Wesensverwandlung, die Substanz des Brotes – und nachher die Substanz Jesu Christi.

Die Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi ist der Höhepunkt der Eucharistiefeier. Mit denselben Worten, die auch Jesu benutzte, wird die Konsekration vollzogen. Dabei bleiben die physischen Eigenschaften von Brot und Wein erhalten, aber das, was die beiden Dinge ausmacht, die Substanz, verändert sich.

Es ändert sich auch der Bedeutungszusammenhang der Hostie: nicht mehr Ernährung ist ihr Sinn, sondern sie dient der Erinnerung und dem Vollzug des Abendmahls. Ab diesem Zeitpunkt ist die Hostie geweiht und heilig.
Also Achtung: Fallenlassen, besudeln oder gar wegwerfen wäre dann so ziemlich die schwerste Form der Häresie, welche die katholische Kirche kennt.

Ein weiterer Schlüsselbegriff ist die Realpräsenz Christi. Das bedeutet, dass Christus in bzw. unter geweihtem Brot und Wein tatsächlich präsent ist. Und hier entzündete sich der Ärger der Reformatoren. Es könne doch nicht sein, so Luther, dass sich die Substanz der Hostie ändere – vielmehr sei die Realpräsenz Christi so zu verstehen, dass Jesus auf transzendente Weise gegenwärtig werde, wenn die Kommunion gespendet würde.

Der Begriff dafür lautet dann Konsubstantiation: Wesensteilhabe wäre vielleicht die treffende Übersetzung. Am Wesen von Brot und Wein ändere sich nämlich nichts, diese seien schlicht als Symbole zu verstehen. Zwingli führte den Gedanken dann weiter, indem er postulierte, die Präsenz Christi werden einzig durch den Glauben an ihn wirklich, und nicht durch den Vorgang der Kommunion an sich.

Und heute? Feiern Protestanten und Katholiken schon mal ökumenisch. Egal, ob Christus jetzt Kon oder Trans da ist.

Sebastian Schafer

30. Mai 2018
erstellt von «pfarrblatt»
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