Abschlussgottesdienst zur Amazonas-Synode, 27. Oktober 2019. Foto: Vatican Media/KNA

Trompiert

Papst Franziskus hat mit seinem neuen Schreiben zur Amazonas-Synode offenbar viele Menschen irritiert und enttäuscht. Der Papst verliere kein Wort zum Zölibat oder zum Diakonat der Frau. Selbst Bischof Felix Gmür schreibt das in einem lesenswerten Kommentar.

Enttäuschung ist gut, reisst sie mich doch aus meiner Täuschung heraus. Es ging und geht diesem Papst primär um Menschenrechte und Umweltschutz; er schreibt gegen die Gier und den ungezügelten Kapitalismus. Kirchliche Reformfragen lässt er oft anklingen, aber stets verklausuliert. Seine Formulierungen kann man so oder ganz anders verstehen. Wie in jenem alten Witz, wonach man während des Gebets nicht rauchen, während des Rauchens aber natürlich beten darf.

An einer Stelle im neuen Schreiben heisst es: «Alles, was die Kirche anzubieten hat, muss an jedem Ort der Welt auf eigene Art Fleisch und Blut annehmen.» Unserer Kirche würden nach dem Ende der Täuschungen einige Überraschungen gut tun. 

Andreas Krummenacher

Kommentare und Hintergründe zum päpstlichen Schreiben «Querida Amazonia», geliebtes Amazonien, und zur Amazonas-Synode


19. Februar 2020
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 5
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