Begegnungen am Frauen*KirchenStreik vom 14. Juni in Bern. Foto: zVg

Umfassender Bund von Frauen für Frauen

Seit 76 Jahren gibt es den Katholischen Frauenbund Bern. Rosmarie Itel ist seit drei Jahren dabei und berichtet über ihre Erfahrungen mit diesem Netzwerk.

Autorin: Rosmarie Itel, Vorstandsmitglied und Bildungsbeauftragte des KFB


Frauen, die in den unterschiedlichsten Lebenssituationen leben – Berufstätige, junge Mütter und engagierte Grossmütter –, sie alle finden im Katholischen Frauenbund Bern (KFB) Platz. Sie schöpfen aus einer Vielfalt von Lebenserfahrungen und bringen sich mit Herz, mit ihren Fähigkeiten und Kanten in dieses Gebilde ein. So ergibt sich ein faszinierender Reichtum an Persönlichkeiten, die miteinander lernen, gestalten, geniessen und sich austauschen wollen.

Sie erbringen einen grossen Teil der Care-Arbeit, ohne die unsere Gesellschaft nicht leben und überleben könnte. Die Vielfalt spiegelt sich auch im Namen, im Profil und Programm der Ortsvereine. Seitdem ich vor drei Jahren dazu gestossen bin, bekommen bekannte und unbekannte Frauengesichter einen Namen, ihre Geschichten, ihre Sorgen und Freuden werden mir vertraut und eröffnen neue Erfahrungshorizonte – der KFB ist in der Tat von Frauen für Frauen.

Starker solidarischer Bund

Das heutige Schlagwort vom unbedingt notwendigen «Networking» war von allem Anfang an wichtige Grundlage des KFB. Im Bund vernetzen und verbinden sich viele Frauen untereinander.Er ist das Dach für die Ortsvereine und die Einzelmitglieder. Auch wer nicht Teil eines Vereins sein kann oder will, hat die Möglichkeit, sich mit anderen katholischen Frauen zu verbinden, Solidarität zu leben und zu erfahren, Frauenanliegen zu teilen und sich auf Grundwerte und Quellen für das eigene Leben zu besinnen.

Das Wissen um ein gemeinsames Unterwegssein birgt eine grosse Kraft und ein dynamisches Potenzial. Bildungsanlässe nehmen aktuelle Themen auf, wollen Einblick geben in neue Welten und zum Mit- und Nachdenken auffordern. Sie sind auch jeweils Treffpunkt vieler engagierter Frauen aus dem ganzen Kanton. Anfang Mai etwa fand in Bern ein Anlass zum Thema «Konfliktbewältigung» statt. Die unterschiedlichsten Begegnungen ergaben sich auch an unserem Stand am Frauenstreik vom 14. Juni in Bern. Wie meine Vorgänger*in prophezeit hat, lerne ich bei KFB-Anlässen wie diesem viele spannende Frauen kennen, Referent*innen und Teilnehmende. Als Netzwerk pflegt der KFB auch Verbindungen zu verschiedenen, zum Teil ökumenischen Frauenorganisationen, zur Tagsatzung und ist Teil des Schweizerischen Katholischen Frauenbunds.

Umfassend und bewusst katholisch

KFB-Frauen sind im Glauben unterwegs, einzeln und als Gemeinschaft. Sie fühlen sich vom Evangelium angesprochen und ihm verpflichtet und setzen dafür ihre Fähigkeiten ein. Vielerorts leiden sie aber an und unter Hierarchien. Als vielfältige Gemeinschaft machen sie sich für ihre Anerkennung stark und erinnern die Kirche stets daran, dass Jesus die Frauen wertschätzte. Vor Ort, national und weltweit sind KFB-Frauen in Solidarität miteinander verbunden, sie leben Kirche in ihrer Kirche, die sich mit den Frauen dermassen schwertut.

Zu dieser Solidarität gehört auch die Unterstützung des Solidaritätsfonds für Mutter und Kind und des Elisabethenwerks, beides Hilfswerke des Schweizerischen Katholischen Frauenbunds. Für alle Frauen und mit allen – das ist mein Bild des KFB. Ihm verdanke ich viele neue Erfahrungen, und er gibt mir Raum, meine Fähigkeiten einzubringen. Deshalb lade ich die Frauen im Kanton Bern ein, Mitglied im KFB oder in einem Ortsverein zu werden und die Anlässe zu besuchen. Wir freuen uns über neue Gesichter!

 

Dank der jährlichen Kirchenkollekte kann der KFB sein Angebot für Frauen im Kanton Bern interessant und vielseitig gestalten. Auch die Ortsvereine profitieren davon. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Weitere Informationen

 

 

10. Juli 2019
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 15
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