Der Bundesplatz noch wolkenverhangen. Schon bald klarte es aber auf. Reformiertes Kirchenfest auf dem Bundesplatz, 10. September. Foto: Andreas Krummenacher

Von Gott bewegt, den Menschen verpflichtet

Es war ein gewaltiges Programm, das sich die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn zu ihrem Kirchenfest «Doppelpunkt 21» am Sonntag, 10. September, gegeben hatten. Neun Festgottesdienste, Risotto-Essen, eine sogenannte «Visionsfeier», dabei immer viel Musik, Reden, Predigten und Gesang. Gekommen sind einige Tausend.


Konkurrieren musste das reformierte Kirchenfest mit dem Mittelalterfest beim Münster und dem Berner Rathaus. Dieses wurde nämlich 600 Jahre alt und wurde ebenfalls am Wochenende gefeiert. Mit Blick auf dieses mittelalterliche, vorreformatorische Markttreiben auf dem Münsterplatz bemerkten böse Zungen gar, das sei jetzt also die Vision der reformierten Kirche für das 21. Jahrhundert. Böse Zungen wohlgemerkt.

Die Reformierten feierten standesgemäss auf dem Bundesplatz. Tausende Besucherinnen und Besucher waren dem Ruf gefolgt. In einer kleinen, spontanen Umfrage vor Ort zeigten sich die Menschen über die vielfältigen Gottesdienste beeindruckt, aber auch über die vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, den grossen Kirchenchor und ja, irgendwie auch das Gefühl des Zusammengehörens sei spürbar. Kritisch wurde das Fehlen ökumenischer oder interreligiöser Elemente bemerkt, gerade in Bern und gerade in diesen Zeiten.

Die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn wollen sich weiter reformieren. Darum wurde die «Vision Kirche 21» mit diversen Leitgedanken entwickelt. Das alles in einem dreijährigen Prozess. Breit abgestützt, wie es heisst, und ergebnisoffen.
Das Kirchenfest «Doppelpunkt 21» markierte nun den Abschluss dieses Visionsfindungsprozesses und bildete gleichzeitig den Auftakt zur Umsetzung. Die Kernaussage dieser Vision lautet: «Von Gott bewegt. Den Menschen verpflichtet.»

Andreas Zeller, Präsident des Synodalrats, gab an der Feier sein Bekenntnis zu eben dieser Vision ab: «Was uns alle verbindet ist, dass uns die Zukunft der Kirche am Herzen liegt. Um die Vision verwirklichen zu können, brauchen wir Christinnen und Christen, denen die Kirche am Herzen liegt. Nehmen wir uns alle der Aufgaben an, die Vision samt Leitsätzen umzusetzen.»

Andreas Krummenacher


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Es gab auch kritische Stimmen zu diesem Kirchenfest. Für Isabelle Noth, Theologieprofessorin an der Uni Bern, ist die Kirche viel mehr, als es die Leitsätze erahnen lassen. Zudem stört sie sich an der Verwendung der Kollekte für eine kircheninterne Beratungsstelle.
Lesen Sie dazu: «Kirche ist doch viel mehr», Bernerzeitung vom 9.9.2017
Homepage der Veranstalterin

13. September 2017
erstellt von «pfarrblatt»
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