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Jesuitische Freiwillige. Gabi Sidler, Religionslehererin aus dem Säuliamt, betreut Häftlinge, Angehörige und deren Kinder in einem Gefängnis auf den Philippinen. Foto: zVg

Was tut eine Schweizerin in einem philippinischen Gefängnis?

Sich auf den Weg machen, in eine neue Kultur eintauchen, in einem Sozialprojekt der Jesuiten mitarbeiten, sich für mehr Gerechtigkeit in der Einen Welt einsetzen – all das tun die «Jesuit Volunteers». Dieser internationale Freiwilligendienst richtet sich an Erwachsene ab 18 Jahren.

Oft sind es junge Leute, die einen solchen Einsatz wagen. Oder es ist wie bei Gabi Sidler aus dem Säuliamt eine gestandene 55jährige Berufsfrau. Sie beschloss nach über zehn Jahren Arbeit als Religionslehrerin, während eines Sabbaticals über den Tellerrand hinaus zu schauen. Die Fachlehrerin reiste diesen Juli auf die Philippinen, um sich dort ein Jahr lang im kleinen Team des «Philippine Jesuit Prison Service» für die tausenden von Menschen in und ums Gefängnis «New Bilibid Prison» einzusetzen.
Die Jesuiten engagieren sich hier seit 1994 für ein menschenwürdiges Leben der Häftlinge, ihre Rehabilitation und Hilfe an ihre Familien durch Bildungsprogramme für Kinder von Häftlingen, Rechtsschutz, medizinische Versorgung und Spiritualität.
Für Gabi Sidler ist es ein Sozialengagement quasi zwischen Paradies und Knast. Am Mittwoch und Freitag unterrichtet sie junge Gefängnisinsassen von Geografie bis Yoga, betreut am Sonntag Mütter mit ihren Kindern, am Samstag macht sie Schülerbetreuung und Aufgabenhilfe, dazu kommen ständig neue Projekte, etwa zu Abfallentsorgung oder zu Gartenbau, von Meditation bis zur Mitarbeit an den Gottesdiensten in der grossen Chapel des Gefängnisses.
Die Jesuitenmission fördert weltweit rund 600 Projekte in über 50 Ländern. In den Bereichen Bildung, Gesundheit, Gemeindearbeit, Menschenrechte, Landwirtschaft und Entwicklung suchen die Projektpartner Lösungen mit den Menschen vor Ort. Es gehe ums Leben christlicher Spiritualität, sagt Gabi Sidler. Das Motto: «Mitleben – Mitbeten – Mitarbeiten».

Karl Johannes Rechsteiner Christina Burghagen

Infos: www.jesuiten-weltweit.ch

1. Dezember 2015
  • Soziales