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Weihnachtszeit, die –

Hach, die Weihnachtszeit! Pünktlich auf Ende November haben sich alle guten Christenmenschen dieser Erde weihnachtlich zu benehmen, sich zu besinnen und die Liebe wieder ins Zentrum zu stellen, denn die Adventszeit beginnt. Es folgt: Der Nikolaus, pünktlich am 6. Dezember. Dieser war übrigens ursprünglich ein türkischer Bischof in Myra am Schwarzen Meer. Die Rolle als Geschenkebringer bzw. Bestrafer geht auf das Gleichnis Mt 25,14–30 zurück – der Nikolaus richtet, ob wir unsere «Talente» auch wirklich zur Entfaltung gebracht haben.

Die Adventszeit endet am 24. Dezember und geht offiziell mit der Vesper, dem Abendgebet, zu Ende – dann beginnt die Weihnachtszeit. Diese findet ihren eigentlichen Höhepunkt mit der Christmette in der Nacht auf den 25. Dezember. Wieso eigentlich genau der 25. Dezember als Geburtstag Jesu auserkoren wurde, weiss niemand so genau. Eine mögliche Verbindung wäre die Umdeutung des Sol-Festes, eines Sonnenkultes der Römer, zum Fest Christi Geburt – schliesslich war dieser jetzt das «Licht der Welt».

Dieses Christkind bringt in vielen Regionen denn auch die Geschenke. Unterschiede zwischen Nikolaus und Christkind ergaben sich aus der Reformation: Der Protestantische Glaube verurteilte die Heiligenverehrung, die mit dem St. Nikolaus einherging, und ersetzte ihn kurzerhand durch das Christkindlein. Martin Luther ist es übrigens zu verdanken, dass es Weihnachten in dieser Form überhaupt gibt. Bis er anregte, das Weihnachtsfest als Fest der Familie mit Bescherung zu begehen, um auch die Kinder für die Geburt Christi zu begeistern, wurde Weihnachten gar nicht so als Familienfest gefeiert.

Suchen wir also das Licht der Welt. Wie es im Johannesevangelium heisst: «Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.» Suchen wir!

Lesetipp: Der Leitartikel der Zeitschrift The Sun, 21. September 1897, von Francis P. Church: «Is there a Santa Claus?», auffindbar im Internet.
Auffindbar hier.

Sebastian Schafer

 

katholisch kompakt im Überblick

12. Dezember 2018
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 51-52
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