Der Berner Regierungsrat Christoph Neuhaus bittet die Mennoniten um Verzeihung für begangenes Unrecht. Foto: Tanja Läser

«Wie könnten Sie und ich leben, wenn es die Bitte um Vergebung nicht gäbe?»

An der diesjährigen Nacht der Religionen entschuldigte sich Regierungsrat Christoph Neuhaus im Namen des Staates bei den Mennoniten für das Leid, das die Berner Obrigkeit den Täuferinnen und Täufern über die Jahrhunderte verursacht hat.

1531 erliess die Regierung Berns scharfe Verordnungen gegen das Täufertum. 1532 folgte die Weisung, die Täufer auszurotten.

Regierungsrat Neuhaus wählte eindrückliche Worte: «Wie könnten Sie und ich leben, wenn es die Bitte um Vergebung nicht gäbe?» Und weiter: Wie es uns das Unser Vater lehre, «bitte ich Sie – als Berner Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektor, aber auch als Mensch – in aller Schlichtheit heute Abend um Verzeihung für all das, was den Täuferinnen und Täufern in unserem Kanton zuleide getan wurde. Kein Mensch kann rückgängig machen, was einmal getan wurde. Aber wir können sehen, was gewesen ist. Es aufnehmen anstatt zu verdrängen. Es als unsere gemeinsame Geschichte anerkennen».

Solch klare Worte der Anerkennung des geschehenen Unrechts habe es auf politischer Ebene des Kantons Bern noch nie gegeben, so Dorothea Loosli von der Mennonitengemeinde Bern. An der Eröffung eines Stationenwegs zum Thema soll im Frühjahr 2018 diese Bitte um Vergebung gewürdigt werden.

Jürg Meienberg/com


Die Medienmitteilung des Regierungsrates in voller Länge, inkl. Rede von Christoph Neuhaus

Mennoniten Bern

22. November 2017
erstellt von «pfarrblatt»
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