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Wie weiter auf dem Weg zur Erneuerung der Kirche in der Schweiz?

Der Weg zur Erneuerung der Kirche wird auf nationaler und diözesaner Ebene angegangen: Die Schweizer Bischofskonferenz lädt den Frauenbund und die RKZ zu Gesprächen ein. Das Bistum Basel organisiert eine Tagung zum Umgang mit Macht.

Von Sylvia Stam

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) will es doch noch wissen: Im September letzten Jahres kündigte sie einen «gemeinsamen Weg für die Erneuerung der Kirche» an. Drei Monate später dann die Enttäuschung: Wegen «unterschiedlichen Realitäten» in den einzelnen Bistümern und Sprachregionen beginne der Prozess «auf lokaler, diözesaner und sprachregionaler Ebene». Es liege an den einzelnen Bistümern, konkrete Schritte einzuleiten.

Was wohl im Zuge des Lockdown unterging: Nur drei Monate später sprachen die Bischöfe bereits von einer zweiten Phase, in der die SBK «die diözesanübergreifenden Herausforderungen auf nationaler Ebene begleiten» möchte, wie es in der Medienmitteilung vom März heisst.

Vertiefte Gespräche mit wichtigen Partnern

Konkret werden ab Herbst Gespräche mit dem Schweizerischen Katholischen Frauenbund (SKF) und der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz (RKZ) geführt – beide Organisationen sind «für die SBK wichtige Partnerorganisationen», heisst es in der SBK-Mitteilung vom 12. Juni.

Derzeit sei eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aus SBK und SKF dabei, den Anlass vorzubereiten, der anlässlich der Vollversammlung vom 12. bis 16. September stattfinden wird, sagte SBK-Sprecherin Encarnación Berger-Lobato gegenüber kath.ch. Laut SKF-Präsidentin Simone Curau-Aepli liegt die organisatorische Leitung bei der SBK, «inhaltlich sind wir paritätisch verantwortlich», so Curau-Aepli gegenüber kath.ch, mit elf SKF-Frauen nebst den elf Mitgliedern der SBK. Dazu wird es laut Curau-Aepli eine externe Moderation geben.

Frauenfrage zuoberst auf die Agenda der Bischöfe

Der SKF setzt sich zum Ziel, «dass die Frauenfrage – also die Frage der Partizipation und die Ämterfrage – zuoberst auf die Agenda der SBK kommt», sagt Curau-Aepli.

An ihrer Vollversammlung vom 30. November bis 2. Dezember wollen die Bischöfe Gespräche mit der RKZ führen. Deren Generalsekretär Daniel Kosch zeigt sich auf Anfrage des «pfarrblatt» erfreut, «dass auch auf nationaler Ebene Gesprächsbedarf über den Weg der Kirche in die Zukunft und über Reformanliegen besteht». Ob daraus ein Weg entstehe, sei derzeit noch nicht absehbar. «Aber jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt», so Kosch.

Beteiligung des Volks Gottes an wichtigen Entscheidungen

Die RKZ will sich an einer Klausur im September vertieft mit möglichen Themen für die Begegnung auseinandersetzen. «Zweifellos werden das Miteinander von pastoral Verantwortlichen und staatskirchenrechtlichen Behörden und die Beteiligung des Volkes Gottes an wichtigen Entscheidungen» Thema sein, so Kosch.

Grundlage der Gespräche mit SKF und RKZ ist laut SBK das nachsynodale Schreiben «Querida Amazonia», schrieb die SBK in ihrer Mitteilung von 5. März.

Tagung zum Umgang mit Macht in der Kirche

Das Bistum Basel will den Weg zur Erneuerung der Kirche mit einer Tagung zum Thema «Umgang mit Macht in der Kirche» angehen. Sie findet am 19. November und am 19. Januar statt und richtet sich an Führungspersonen aus dem pastoralen und staatskirchenrechtlichen Bereich der Kirche. Ziel sei es, für die Herausforderungen im Umgang mit Macht in der Kirche zu sensibilisieren, sagt Bistumssprecher Hans-Ruedi Huber auf Anfrage des «pfarrblatt», indem Erkenntnisse aus Psychologie, Soziologie und Anthropologie vermittelt werden.

Hauptreferentin ist die aus Österreich stammende Christine Bauer-Jelinek, sie ist Wirtschaftscoach und Psychotherapeutin.

 

 

 

24. Juni 2020
erstellt von «pfarrblatt» online
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