Die Weihe von Denise Wyss zur christkatholischen Priesterin im Februar 2000 in der ehemaligen Franziskanerkirche von Solothurn hat viele Menschen berührt. Foto: zVg

Zur Priesterin geweiht - Denise Wyss

Sie war in den ersten Monaten des Jahres 2000 wohl die berühmteste Frau der Schweiz. Die Weihe von Denise Wyss zur christkatholischen Priesterin im Februar 2000 in der ehemaligen Franziskanerkirche von Solothurn hat viele Menschen berührt.

Die christkatholische Kirche der Schweiz war nach Deutschland, Österreich und Holland die vierte Kirche der Utrechter Union, die das Priesteramt für Frauen öffnete. Heute ist Denise Wyss Gemeindepfarrerin von zwei christkatholischen Kirchgemeinden im Kanton Baselland und arbeitet mit einer Diakonin zusammen. Besonders liebe sie an ihrer Arbeit die Vielseitigkeit, die Aufgabe, für Gottes Liebe einzustehen und Menschen in verschiedenen Lebenslagen zu begleiten. «Es ist auch schön, wenn ich meine persönlichen Glaubenserfahrungen weitergeben kann, zum Beispiel in der Predigt oder wenn ich erleben darf, dass durch mein Zeugnis auch andere Menschen eine eigene Erfahrung machen können, die ihnen Impulse, Kraft oder Sinn vermittelt.»

Was hat Denise Wyss, die ursprünglich an der Fakultät in Luzern studierte, das Studium aber 1988 abbrach und aus der katholischen Kirche austrat, denn einige Jahre später bewogen, die Theologie nochmals aufzunehmen? «Die Theologie hat mich immer interessiert. Allerdings konnte ich mir erst konkrete berufliche Ziele in einer Kirche vorstellen, mit deren theologischen Einstellung ich mich auch identifizieren konnte. Das war bei der Christkatholischen Kirche der Fall, obschon es damals die Priesterweihe von Frauen noch nicht gab.»

Die Christkatholische Kirche sei liberal, familiär und ökumenisch. Der Schritt zumPriesteramtempfand Denise Wyss wie auch ihre Gemeinde als ganz natürlich. Sie hatte die Kirchgemeinde schon während zweier Jahre als Diakonin geleitet und erfüllte (als erste Frau) mit abgeschlossenem Theologiestudium auch die notwendigen Voraussetzungen. «Meine Hoffnung war dann einfach, dass nach der Weihe endlich alles so läuft, wie es sein sollte. Ich brauchte keine Priester mehr für die Eucharistiefeier und für weitere Sakramente zu engagieren.» Heute hat Denise Wyss viele Kolleginnen im Amt.

Angela Büchel Sladkovic


Die Jahresserie 2016 im Überblick

1. Juni 2016
erstellt von «pfarrblatt»
  • Pfarrblatt / Angelus
  • Bildung