Kirche am Lagerfeuer

Viele kannten die JUBLA schon, als sich Mädchen im Blauring und Buben in der Jungwacht versammelten. 2009 haben die beiden Verbände zum Kinder- und Jugendverband JUBLA fusioniert. Die Kinder müssen keine Abenteuerfreaks sein, werden es bei Spass und Spiel jedoch oft.

Von Monika Dillier, Kantonspräses JUBLA Bern

Die JUBLA lebt Kirche und feiert besondere Momente: Ein Meer von Lichtern steigt in den Himmel (kantonales Sommerlager 2019). Foto: Rafael Werndli

Es gibt viele Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche – Begabte gehen in den Ballettunterricht, Wohlhabende dürfen reiten, zukünftige Fussballstars trainieren ihr Talent auf dem Rasen. Auch in der JUBLA werden Talente gefördert, quasi nebenbei. Denn in die JUBLA dürfen alle, auch Kinder, die scheinbar nirgends sehr talentiert sind. Dieses nicht verzweckte offene Freizeitangebot, das auf christlichen Wurzeln aufbaut, ist die Spezialität der JUBLA. Das macht sie so wertvoll. Allen Pfarreien, die eine JUBLA aufbauen möchten, sei das Verbandsleben anhand der fünf JUBLA-Grundsätze vorgestellt.

Zusammen sein: Die JUBLA ist ein Ort, wo alle Mitglieder Gemeinschaft und Wertschätzung erfahren, unabhängig von Herkunft und sozialem Status. Der Verband und seine Scharen sind offen gegenüber anderen Religionsgemeinschaften und Konfessionen. Immer öfter nehmen Kinder aus anderen Nationen an Lagern teil, oftmals auch Flüchtlinge. Das bietet ihnen eine enorme Chance für die Integration. Der Austausch ist gegenseitig. So ist es mittlerweile JUBLA-Alltag, dass Jugendliche mit Schweizerpass und internationalen Nachnamen tragende Funktionen in den Scharen übernehmen.

Mitbestimmen: Bei der JUBLA dürfen alle ihre Ideen einbringen. Gemeinsames entscheiden ist auf allen Stufen tief verankert. Demokratische Werte werden früh eingeübt. Verantwortung für sich und andere übernehmen wird insbesondere in Leitungsfunktionen zu einer wahren Lebensschule. Manche Erwachsene hätten schlaflose Nächte, wenn sie 50 bis 100 Kinder zwei Wochen lang durch das Sommerlager «führen» und danach den Eltern wieder gesund übergeben müssten.

Glauben leben: Die JUBLA teilt und feiert besondere Momente des Lebens, sei es im Lager oder im Alltag. Sie baut auf die Werte des christlichen Menschenbilds und setzt sich für eine friedliche und gerechte Welt und ein solidarisches Zusammenleben ein.

2019 erhielt die JUBLA den Herbert-Haag-Preis – als grösster katholische Kinder- und Jugendverband der Schweiz wirke sie innerhalb der Kirche emanzipierend und schaffe der jungen Generation Raum für die freie Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben, lautete die Begründung. «In der JUBLA findet Kirche dort statt, wo sich das Leben abspielt: am Lagerfeuer, auf der Spielwiese, beim Mittagessen, an einer Party oder auch – aber nicht nur – im Kirchengebäude », sagte Silvio Foscan, damaliger Co-Präsident der JUBLA Schweiz, in seiner Dankesrede. Er zeigte auf, dass die JUBLA innerhalb der Kirche mutig und selbstbewusst ihr eigenes Profil wahrt.

Kreativ sein: Entdecken, gestalten, erzählen, singen: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Eigene Talente entdecken, Neues wagen und ausprobieren – all das dürfen Kinder bei der JUBLA erleben. Ich bin sicher, dass die Teilnehmer*innen des kantonalen Sommerlagers 2019 in ein paar Jahren ihren eigenen Kindern berichten werden, wie aus dem letzten Ei vom Drachenberg ein junger Drache ausschlüpfte und zum Erstaunen der rund 300 Anwesenden feuerspeiend in den Himmel flog.

Natur erleben: Die Natur wertschätzen und Sorge zu ihr tragen sind Werte, für die sich Kinder und Jugendliche gerne engagieren. Bei der JUBLA gehören sie ins Grundkonzept. So setzt sich die JUBLA dafür ein, dass Kinder und Jugendliche einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung nachgehen können.

 

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