Interview mit Saskia Schaffhauser

Die Religionspädagogin und Fachverantwortliche Katechese stellt sich den Fragen von Sibylle Hardegger
5. August 2026 · Pastoralraum Oberaargau
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Sibylle
Hardegger
Kommunikationsbeauftragte

SH: Mit dem neuen Schuljahr übernimmst Du die Fachverantwortung Katechese in unserem Pastoralraum. Welche Aufgaben gehören dazu?

SS: Ich verantworte die Katechese im Pastoralraum fachlich, organisatorisch und koordinierend. Dazu gehören die Planung und Weiterentwicklung des ausserschulischen Religionsunterrichts, die Begleitung des Teams, der Austausch mit den Klassenstufen-Koordinatorinnen und der Fachstelle Religionspädagogik Bern sowie die Verbindung zwischen Katechese-Team, Seelsorgeteam, Pastoralraumteam und Sekretariat.

 

Was gehört zu einer zeitgemässen Katechese in einer zunehmend säkularen Gesellschaft?

Im Pastoralraum Oberaargau verstehen wir ausserschulischen Religionsunterricht als Verbindung von religiöser Bildung und Katechese: Kinder und Jugendliche lernen christliche Traditionen, biblische Geschichten, Symbole, Rituale und ethische Fragen kennen und erleben zugleich Glauben, Gemeinschaft, Gebet und kirchliches Leben. Zeitgemässe Katechese nimmt unterschiedliche religiöse Voraussetzungen ernst und braucht niederschwellige, lebensnahe Zugänge. Sie eröffnet Raum für Fragen nach Gott, Leben, Zweifel, Hoffnung, Verantwortung und Sinn.

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Welche theologischen und pädagogischen Ansätze prägen die Arbeit in der Katechese?

Theologisch prägen Ekklesiologie und Mystagogie unsere Arbeit: Kirche wird als Gemeinschaft verstanden, Glaube durch Rituale, Symbole, Gebet und Feiern erfahrbar. Pädagogisch orientieren wir uns am kompetenzorientierten Unterricht nach LeRUKa (Lehrplan für Religionsunterricht und Katechese) damit Kinder und Jugendliche religiöse Inhalte verstehen, deuten und mit ihrem Leben verbinden können.

 

Wie gelingt es, die unterschiedlichen Altersgruppen anzusprechen?

Wir arbeiten stufengerecht: Jüngere Kinder brauchen anschauliche, kreative und rituelle Zugänge; Jugendliche Raum für Fragen, Diskussion und Mitverantwortung. Der Austausch mit den Klassenstufen-Koordinatorinnen hilft, passende Angebote zu entwickeln und religiöse Bildung mit katechetischer Begleitung zu verbinden.

 

Nach dem Sommer arbeitest Du und die Katechetinnen nach einem neuen Konzept. Kannst du das Konzept kurz beschreiben?

Ab dem Schuljahr 2026/2027 arbeiten wir im ausserschulischen Religionsunterricht mit Modulen. Pro Modul stehen vier Daten zur Auswahl; die Familien wählen eines davon. Das macht den Unterricht flexibler und besser planbar für die Familien, bleibt aber verbindlich. Zugleich denken wir die Angebote stärker pastoralraum-übergreifend als nur standortbezogen. Die Klassenstufen bleiben dabei im Blick und werden altersgerecht begleitet.
Das Konzept verbindet religiöse Bildung mit gemeinschaftlichen Erfahrungen und macht Kirche als Lern- und Erfahrungsort erlebbar.

Was ist neu daran?

Neu ist die stärkere Zusammenarbeit über die Standorte hinweg: Der Pastoralraum wird als gemeinsamer Lern- und Erfahrungsraum verstanden.
Auch die modulare Struktur ist neu: Familien wählen pro Modul eines von mehreren Daten.

Zudem arbeiten einzelne Stufen projektorientiert oder gemeinsam, etwa die 1./2. sowie die 4.–6. Klasse. Erstkommunion, 7. Klasse und Firmung bleiben eigenständig, werden aber ebenfalls im Modulverfahren geführt. So bündeln wir Angebote und Ressourcen, ohne die altersgerechte Begleitung zu verlieren.

 

Wer hat es erarbeitet? Auf welcher Grundlage?

Das Konzept wurde gemeinsam vom Katechese-Team des Pastoralraum Oberaargau, den verantwortlichen im Pastoralraum und mit Unterstützung der Fachstelle Religionspädagogik des Kantons Bern entwickelt. Grundlage war einerseits die konkrete Situation in unserem Pastoralraum: verschiedene Standorte, unterschiedliche Schulzeiten, veränderte Familienrealitäten, sinkende Schülerzahlen und begrenzte personelle Ressourcen. Andererseits orientiert sich das Konzept an fachlichen und kirchlichen Grundlagen, insbesondere am kompetenzorientierten Verständnis von Katechese und Religionsunterricht. Wichtig war uns, ein Konzept zu entwickeln, das realistisch, tragfähig und zukunftsorientiert ist. Es soll die vorhandenen Ressourcen schonen, aber gleichzeitig die Qualität der Katechese stärken.

 

Was motiviert Dich persönlich in der Katechese zu arbeiten?

Ich habe mich für die Ausbildung zur Religionspädagogin entschieden, weil ich Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg begleiten und ihnen etwas mitgeben möchte, das über den Moment hinauswirkt. Mich motiviert, wenn Vertrauen entsteht, Fragen Platz haben und Glaube durch Gemeinschaft, Rituale, Feiern und Gespräche erfahrbar wird.

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