Die Pfarrei Tavannes wurde im 9. Jahrhundert gegründet und dem heiligen Stephanus, dem ersten Märtyrer, sowie dem heiligen Laurentius geweiht. Im Jahr 1147 gingen das Dorf und seine Kapelle in den Besitz der neu gegründeten Abtei von Bellelay über. Dies war Anlass für Streitigkeiten zwischen der Abtei von Moutier-Grandval und der von Bellelay bis zum Jahr 1181, als Papst Lucius III. dem Abt Louis von Bellelay eine offizielle Urkunde ausstellte, in der die Kirche von Tavannes zusammen mit der Kapelle St.-Léonard de Chaindon sowie deren Besitz und Abgaben erwähnt wurden.
Im 14. Jahrhundert liess Dame Isabelle, Witwe von Jean de Tavannes de la Tour, in der Kirche eine Kapelle und einen Altar der Heiligen Katharina zum Seelenheil ihrer Familie anlegen, verbunden mit der Anweisung, drei Messen pro Woche zu feiern.
Infolge verschiedener Kriege und der Brandschatzung des Dorfes durch die Berner wurde die Kirche 1385 wieder aufgebaut und am 3. April von Mgr. Jean, Bischof von Reggio und Suffragan des Fürstbischofs von Basel, geweiht. Die Kirche von Tavannes befand sich genau an der Stelle der heutigen reformierten Kirche.
Im Frühjahr des Jahres 1530 erreichte die Reformationsbewegung Tavannes. Während einer von Abt Jacques Moeschler aus Bellelay zelebrierten Messe griffen die Gemeindemitglieder eines Tages das Kirchenmobiliar und die Altäre an. Daraufhin hielt Farel dort seine erste Predigt, und Abt Moeschler ergriff die Flucht, noch immer in seiner Hochmesse-Gewandung.
Infolge der Bekehrung der Einwohner der Region – vor allem aufgrund der zahlreichen Abgaben, die von der Abtei Bellelay und dem Bistum Basel auferlegt wurden – ging die katholische Kirche in den Besitz der neuen reformierten Religion über, und ein erster «Prediger» wurde dort offiziell ernannt. Im Jahr 1538 taucht Herr Jacques Moeschler als zweiter protestantischer Prediger auf; er war verheiratet und übte den Beruf des Notars aus, insbesondere im Auftrag der Abtei von Bellelay. Die katholischen Familien wurden nach und nach gezwungen, ihrem Glauben abzuschwören oder in katholische Gemeinden umzuziehen.
Dies bedeutete das Ende der offiziellen Präsenz der Katholiken in Tavannes bis in die 1920er Jahre, als die Entwicklung des Dorfes und seiner Industriebetriebe neue katholische Familien anzog.
Unter den Pfarrern, die in dieser Kirche amtierten, ist insbesondere Pfarrer Théophile-Rémy Frêne zu nennen, dessen berühmte Memoiren Einblicke in die Lebensweise und die Entwicklung der Region gewähren.
1922: Gründung der Kirchgemeinde des Tavannes-Tals durch Dekret des Regierungsrats des Kantons Bern.
1925: Grundsteinlegung für die Christ-Roi-Kirche in Tavannes. Pfarrer Emile Hüsser ist der erste Pfarrer.
1944: Die Kirchgemeinde erhält das Gebäude «La Rochette» als Schenkung, in dem die Ordensgemeinschaft der Schwestern und der Kindergarten untergebracht sind.
1953: Gründung der Pfarrei Malleray-Bévilard
1957: Bau der Kapelle von Reconvilier
2005: 80-jähriges Jubiläum der Kirche von Tavannes
2008: 50-jähriges Jubiläum der Kapelle von Reconvilier
- Liste der Priester, die in der Pfarrei Tavannes – Reconvilier tätig warenpdf · 120 kb