Die Missione Cattolica an der Bovetstrasse -
Foto: Dominic Hoyos

Historische Schritte mit der Missione Cattolica di Lingua Italiana

Gesamtkirchgemeinde: Rechtliche Gleichstellung anderssprachiger Gemeinschaften

Anfangs 2022 trat das neue Organisationsreglement der Gesamtkirchgemeinde Bern und Umgebung in Kraft. Die an einer Volksabstimmung genehmigte Rechtsgrundlage ermöglicht es, anderssprachige Gemeinschaften ähnlich wie Kirchgemeinden einzubeziehen.

Die italienisch- und die spanischsprachigen Missionen in Bern wollen die Chance packen, in neuer Form Mitglieder der Gesamtkirchgemeinde zu werden. Denn mit ihrem neuen Organisationsreglement vollbringt die Katholische Kirche Region Bern eine Pioniertat: Anderssprachige Gemeinschaften können den Kirchgemeinden möglichst gleichgestellt werden.

Seit über 100 Jahren gibt’s in der Bundesstadt Missionsarbeit. Vor bald 60 Jahren wurden beim Sulgenbach eine eigene Kirche und dazugehörige Räume für die italienischsprachige Gemeinschaft bezogen. «Jetzt übernimmt die Gemeinschaft neue Verantwortung», stellt Antonio Perissinotto fest: «Dazu führen wir auch in der Missione das duale System ein.» Während bisher die Administration vom Scalabrini-Verein verwaltet wurden, soll nun die pastorale Seite der italienischsprachigen Missione entlastet werden. Die Strukturen werden einer Kirchgemeinde angeglichen – am 2. Juni wurde dazu der Verein «Missione Cattolica di Lingua Italiana» gegründet. Antonio Perissinotto teilt sich mit Donatella Micoccio das Co-Präsidium. Die beiden sollen später auch die Gemeinschaft im Grossen Kirchenrat vertreten, dem regionalbernischen katholischen Parlament. Der Verein unterstützt künftig wie eine Kirchgemeinde die Seelsorge-Verantwortlichen in ihrer Arbeit.

Um als anderssprachige Gemeinschaft anerkannt zu werden, muss sich die Missione Cattolica öffentlich-rechtlich organisieren. Es braucht einen Verein für die Angehörigen der Missione samt Mitsprache wie etwa an einer Kirchgemeindeversammlung. Die Mitgliederwerbung sei nur eine der Herausforderungen, weiss Antonio Perissinotto: «Wir sind unterwegs, um die Missione kirchgemeindeähnlich zu strukturieren.» Auch der Antrag an die Gesamtkirchgemeinde ist gestellt, damit der Grosse Kirchenrat nächstens über die Anerkennung als anderssprachige Gemeinschaft entscheiden kann. Ein historischer Schritt sowohl für die Missione Cattolica wie auch die Katholische Kirche Region Bern.

kjr

www.missione-berna.ch