«Luminarias»-Feier am Vorabend des Heiligen Antonius, dem Schutzpatron der Tiere Spaniens, im Dorf San Bartolome de Pinares, nordwestlich von Madrid, Spanien, am 16. Januar 2018. Foto: Reuters/Juan Medina

Antonius in Spanien oder «Säuli-Toni»

Der 17. Januar ist in Spanien der Tag des Heiligen Antonius des Grossen, der Día de San Antón. Nicht zu verwechseln mit jenem aus Padua. San Antón ist der Schutzpatron der Tiere und als solcher in ländlichen Regionen der Schweiz als «Säuli-Toni» bekannt. Die traditionelle Bauernwallfahrt findet jeweils in Stettenbach statt.

Die Tiere der Bauern, die Polizeipferde und vor allem auch die Haustiere werden am 17. Januar in Spanien landauf und landab gesegnet. Am Vorabend des Antonius-Tages finden ausserdem, speziell in Madrid, sogenannte «Luminarias»-Feiern statt, man könnte auch vom Vigil-Feuern sprechen. Auf dem Foto reitet ein Mann mit seinem Pferd durch Flammen. Zum Schutz und Segen, zur Verehrung des Heiligen Antonius.

Die Madrilenen kümmern sich aber auch um das eigene Wohl. Am Antonius-Tag gibt es spezielle, kleine Brote, die «panecillos de San Antón».

Im deutschsprachigen Raum ist der Heilige Antonius der Grosse (wohl 251-356 n. Chr.) kaum bekannt. Er war übrigens auch kein Spanier, sondern Ägypter. Er gilt als erster christlicher Mönch. Antonius führte als Eremit ein asketisches Leben in der Wüste, Besitz und Reichtum lehnte er ab. Der Legende nach soll ihm der Teufel mehrmals in «Versuchung geführt haben», selbstverständlich ohne Erfolg.

Die Legende erzählt weiter, dass Antonius zu den Tieren sehr barmherzig gewesen sein soll. Er habe ein Ferkel geheilt, dieses lief ihm sein ganzes Schweineleben lang hinterher. Hier kommen wir von Spanien direkt in die Schweiz. Antonius der Grosse ist bei uns auf dem Land nämlich bekannt als «Säuli-Toni», genau wegen dieser Legende. Der Schutzpatron der Tiere wird bei den Bäuerinnen und Bauern noch heute verehrt, im luzernischen Stettenbach beispielsweise findet am 17. Juni die traditionelle Bauernwallfahrten zu Ehren des Heiligen des Viehs statt.

Auch in diesem Jahr trotzten rund 250 Personen Wind und Wetter. Sie pilgerten zur Antoniuskapelle in Stettenbach. Sie dankten ihrem Schutzpatron für die Tiere, Höfe und Felder. Für die Gesundheit in «Haus und Hof» wurde ebenfalls gebetet, schliesslich heisst die Wallfahrt «Bauern- und Krankenwallfahrt».

Andreas Krummenacher


HINWEISE
Mehr zu den Bräuchen in Spanien finden Sie hier
Mehr zu Antonius dem Grossen und zu der Legende erfahren Sie hier
Artikel zur Bauern- und Krankenwallfahrt 2018, Luzerner Zeitung, 18. Januar 

 

 

17. Januar 2018
erstellt von «pfarrblatt»
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