Buchtipp: Die Welt mit anderen Augen sehen

Der Biophysiker und Autor Markolf Niemz ist überzeugt: Sowohl die Religion als auch die Naturwissenschaft haben den Menschen seit Jahrhunderten gleichermassen als Hauptquellen der Wahrheit gedient! Doch lange wurden sie als unvereinbar angesehen. In seinem neuen Buch lädt er – jenseits von Entweder-Oder – ein zu einer philosophischen Reise durch sechs Paare von Gegensätzen wie beispielsweise «Gut und Böse», die sich auf dem Lebensweg und bei der Sinnsuche beinahe selbstverständlich aufdrängen. Die Alltagserfahrung, bestimmte Antworten allein durch veränderte Perspektiven in Zeit und Raum finden zu können, führt zum Ausgangspunkt dieser Studienreise.

Niemz beleuchtet, wie namhafte Naturwissenschaftler und Philosophen im dualistischen Denken gefangen waren, dieses aber teilweise wieder aufbrechen konnten. Indem er die erwähnte Perspektivänderung nicht auf Raum und Zeit beschränkt, gelingt es dem Autor, am Ende jedes Kapitels einen Konsens aus den betreffenden «beiden Seiten der Medaille» zu finden. Er sieht seine Erkenntnisse keinesfalls als absolut an, sondern ermuntert ausdrücklich dazu, seine Gedanken zu hinterfragen.

Dank frischer, umgänglicher Sprache und kurzer Zusammenfassungen sowie zahlreicher Abbildungen bleiben komplexe Sachverhalte höchst spannend und werden (für Laien) vielleicht überhaupt erst nachvollziehbar.

Eine respektvolle und bereichernde Herausforderung für alle, die offen dafür sind, ihre Vorstellungen von Gott, Schöpfung und Ewigkeit auch aus ungewohnter Perspektive neu anzudenken.

Andrea Huwyler


Niemz, Markolf H.: Die Welt mit anderen Augen sehen
. Ein Physiker ermutigt zu mehr Spiritualität. Gütersloher Verlagshaus, 2020. 191 S. ISBN: 978-3-579-06212-9

5. August 2020
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 17
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