Der Caritas- Thun passt sich an. Foto: Elizabeth Rosario Rivaz

Ein gutes Team: Musie Tesfamichael, Livia Weber, Elia Coraza, Anita Haas und Mili Sunje. Foto: Elizabeth Rosario Rivaz

Der Caritas-Markt Thun: ein Hoffnungsträger

Der Ausbruch des Coronavirus hat weltweit grosse Veränderungen verursacht. Neben einer Gesundheitskrise begann auch eine schwierige Zeit für die Wirtschaft. Viele Menschen mussten ihre Arbeit befristet niederlegen, viele haben ihre Stelle definitiv verloren. Menschen mit kleinem Einkommen traf diese Änderung sehr hart. Der Caritas-Markt Thun begleitet zahlreiche Menschen mit kleinem Budget auch während dieser schwierigen Zeit.

Von Elizabeth Rosario Rivaz, Fachstelle Diakonie, Pastoralraum Bern Oberland

Mitte März hiess es Lockdown. «Zuerst kam der Sturm, dann viel Ruhe, und jetzt kehren wir langsam wieder in die Normalität zurück», stellt Mili Sunje, Mitarbeiter und Teil des Leitungsteams des Caritas-Markts Thun, fest. «Die ganze Situation kam völlig überraschend, in diesem Ausmass haben wir das nicht erwartet.» Das Team musste sich neu organisieren, unter anderem weil viele der freiwilligen Mitarbeitenden pensioniert sind und während dieser Zeit aus Schutz auf deren Gesundheit nicht beschäftigt werden konnten.

Die verbleibenden Mitarbeitenden wurden in zwei Teams eingeteilt, sodass der Caritas-Markt mit weniger Personal arbeiten, die Abstandsregeln einhalten und auch während des Lockdown die gewohnten Öffnungszeiten anbieten konnte. Mili Sunje betont, wie viel das Team während dieser intensiven Zeit geleistet hat.

Die Caritas hat in dieser schwierigen Zeit an die Risikogruppen gedacht und einen Onlineshop des Caritas-Markts aufgebaut. So wird das günstige Sortiment des Caritas-Markts weiterhin kostenlos nach Hause geliefert. Die Organisation dieses Angebots war zwar sehr aufwendig, dank der guten Zusammenarbeit zwischen Sven Reusser, Geschäftsleiter des Caritas-Markts Thun, Silja Wenk, Leiterin der Freiwilligenarbeit von Caritas Bern, und Richard Reuden, Stellvertreter der Geschäftsleitung, funktionierte das Ganze aber innert kürzester Zeit. Um vor Ort oder im Onlineshop einkaufen zu dürfen, brauchen Kund*innen eine «Caritas-Markt-Karte», eine «Caritas-Kulturlegi» oder eine «Tischlein-deck-dich-Karte».

Während des Lockdown fanden vor allem Lebensmittel mit langer Haltbarkeit und Hygieneartikel, hauptsächlich Toilettenpapier, guten Absatz. Für kurze Zeit kam es wie überall sonst zu Lieferengpässen. Weniger verkauft wurden kürzer haltbare Produkte wie Joghurt oder Süssigkeiten. «Nach eine Woche Lockdown war der Caritas-Markt fast leer, aber es fehlte nichts. Wir mussten zwar grössere Mengen bestellen, konnten aber immer sicherstellen, dass alle Produkte verfügbar waren», berichtet Mili Sunje.

In der Kaffee-Ecke bietet der Caritas-Markt seinen Kund*innen normalerweise kostenlose Getränke an. Die sehr freundlichen Mitarbeitenden Musie Tesfamichael und Zivildienstler Elia Coraza bereiten den Kaffee zu. Momentan ist dieser wichtige und beliebte Treffpunkt bis auf Weiteres geschlossen. Auch das Ladenlokal des Caritas-Markts bleibt «umgestellt». Ein- und Ausgangswege sind am Boden markiert, Desinfektionsmittel steht gut sichtbar im Laden zur Verfügung, und der Kassenbereich wird mit einem grossen Plexiglas geschützt.

Der Caritas-Markt Thun war und ist eine grosse Hilfe für Menschen mit kleinem Einkommen, auch während der Corona-Pandemie. Ob vor Ort oder über den neuen Onlineshop: Ein gut organisiertes, engagiertes Team von Freiwilligen, Zivildienstlern, Mitarbeitenden und Leitungspersonen hilft den Kund*innen von Herzen.

7. Juli 2020
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 15
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