«Die weisse Arche», CH 2016, Regie: Edwin Beeler, mit: Monika Dreier, Martin Germann, Eugen Bollin. Infos: www.die-weisse-arche.ch Ab 11. Februar im Kino.

Film - Die weisse Arche

Spiritualität, Natur und Sterben: darauf bezieht sich Edwin Beeler im dritten Teil seiner Trilogie, zu der «Bruder Klaus» (1991) und «Arme Seelen» (2011) gehören. In «Die weisse Arche» porträtiert er Menschen, die sich intensiv mit dem Sterben auseinandersetzen. Als dramaturgischer Leitfaden des Doku- Essays dient die Pflegefachfrau Monika Dreier (Bild), die am Oberalppass in eine Lawine kam und dort eine Nahtoderfahrung machte. «Sterben halte ich für den schönsten Prozess im Leben, die grösste Verwandlung. Und der Tod ist für mich ein Freund geworden», spricht sie in die Kamera.
Bemerkenswert sind zwei Ordensleute, die porträtiert werden. Pater Martin Germann wirkte als Sterbebegleiter und Kapuziner in Schwyz. Er sagt im Film, dass heute das Leiden eines der grössten Tabus sei. Germann verstarb nach Abschluss der Dreharbeiten im Frühjahr 2015. Eindrücklich ist auch der Benediktinermönch und Kunstmaler Eugen Bollin aus dem Kloster Engelberg, der dreissig Mitbrüder in den Tod begleitet hat. Der Film gibt zudem Einblicke in die Praxis von Sam Hess, Heiler und Mystiker, und den Alltag des Älplers Alfons Bachmann. Sie respektieren die Natur und stellen den Lauf der Dinge in ein grösseres Ganzes. Es gelingt dem Innerschweizer Regisseur, dem Tod durch wunderschöne Naturbilder und mit einem beeindruckenden Soundtrack den Stachel zu nehmen. Was auf den ersten Blick angsteinflössend wirkt, bekommt hier eine neue, transzendente Dimension.

Charles Martig

3. Februar 2016
  • Bildung