«Ama-San», Portugal 2016, Regie: Cláudia Varejão, Dokumentarfilmmit Mayumi Mitsuhashi, Masumi Shibahara, Matsumi Koiso. Kinostart: 16. Juni

Filmbesprechung - Ama-San

Seit mehr als zweitausend Jahren tauchen die Ama-San, die «Frauen des Meeres», in den Küstengewässern vor Japan, um am Meeresgrund Muscheln und andere Schalentiere zu fangen. Bei ihren Tauchgängen verwenden sie keine modernen Hilfsmittel und gehen an ihre körperlichen Grenzen.

Bis heute wird die Tradition von Frauen am Leben gehalten, die der anstrengenden und gefährlichen Arbeit nachgehen. Die portugiesische Filmemacherin Cláudia Varejão begleitet moderne Ama-San. Sie hält den Alltag der Frauen aus drei Generationen in beinahe ethnographischer Manier mit der Kamera fest, ohne Kommentar und musikalische Untermalung. Sie lässt die Filmaufnahmen, die Gespräche und Gesänge der Frauen für sich sprechen.
Im Film wiederholen sich Szenen der ritualhaften Vorbereitung auf die Tauchgänge, traumartige Unterwasserbilder, Eindrücke aus dem Familienalltag sowie von gemeinsamen Festen und Opferzeremonien. Mit dieser rhythmischen Erzählweise führt die Regisseurin das Publikum ganz dicht heran an dieArbeit und das Leben der Ama-San. In eindrücklichen Unterwasseraufnahmen zeigt sie die AmaSan als furchtlose Taucherinnen, die einer anderen Welt zu entstammen scheinen. An Land zeigt sie die Frauen in ihren Rollen als aufopfernde Grossmütter und Mütter, als Freundinnen und Kolleginnen.
Cláudia Varejão gibt so nicht nur faszinierende Einblicke in eine uralte Tradition, sondern auch in moderne Frauenleben im Japan der Gegenwart.

Laura Lots, Redaktion Medientipp

8. Juni 2016
erstellt von «pfarrblatt»
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