Drunk. Dänemark, 2020, 117 Minuten. Regie: Thomas Vinterberg. Mit Mads Mikkelsen, Maria Bonnevie, Thomas Bo Larsen, Susse Wold, Lars Ranthe, Magnus Millang und Dorte Höjsted.

Filmtipp: Drunk

Mann, sind wir langweilig geworden! Wo ist unsere Lebensfreude, unser Witz, unsere Unberechenbarkeit geblieben? Diese existentiellen Fragen stellen sich vier Freunde in einer Männerrunde anlässlich eines 40. Geburtstags.

von Sabrina Durante

Und prompt fällt ihnen die Theorie eines dänischen Psychiaters ein, die besagt, dass Menschen konstant mit 0.5 Promille zu wenig durch das Leben gehen. Könnte etwas dran sein? Schliesslich war auch Winston Churchill dem Glas nicht abgeneigt, und hat dennoch unzählige Bücher geschrieben und nebenbei einen Weltkrieg gewonnen.

So wie andere auf ihre Smartwatch schielen, die ihnen die gelaufenen Schritte verrät, messen die vier Männer fortan regelmässig ihren Alkoholpegel, um bloss nicht von ihrem Ziel abzukommen. Anfangs scheint es wirklich zu funktionieren: der Geschichtslehrer Martin kann wieder seine Schüler*innen mitreissen, und auch die anderen haben etwas von ihrem ursprünglichen Drive zurückerlangt. Während sie sich zuerst an Hemingways Regel halten, nach 20 Uhr nichts mehr zu trinken, kommt es so, wie es kommen muss, und die Sache läuft aus dem Ruder. Karrieren nehmen ein abruptes Ende, Beziehungen gehen kaputt und am Ende lässt sich vielleicht nicht mehr alles richten.

Trotzdem: es ist kein moralisierendes Drama mit der einfachen Message «Alkohol=schlecht», sondern sprüht vor Witz und überraschenden Szenen. Und am Schluss möchte man mit den unbeschwerten Maturanden mitfeiern und mit Mads Mikkelsen kühne Tanzschritte auf dem Pier wagen.

Sabrina Durante (die diesen Text ganz ohne Einfluss von Alkohol geschrieben hat).

Drunk. Dänemark, 2020, 117 Minuten.
Regie: Thomas Vinterberg. Mit Mads Mikkelsen, Maria Bonnevie, Thomas Bo Larsen, Susse Wold, Lars Ranthe, Magnus Millang und Dorte Höjsted.

Der Film hat einen Oscar für den besten internationalen Film gewonnen. «Drunk» läuft in Bern im CineCamera und im CineMovie sowie im Blue Cinema Cinedome in Muri BE

7. Mai 2021
erstellt von «pfarrblatt»
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