pfarrblatt:

News-Artikel

Göttliche Fügung oder Zufall?

Ich hatte oft Glück im Leben, früher beim forschen Autofahren, heute bei manch anderen Gelegenheiten. Dann schicke ich Gott jeweils einen Dankesseufzer. Dennoch glaube ich nicht an göttliche Fügung. Was mir passiert, halte ich für das Resultat von Zufall, bewussten Entscheidungen und intuitivem Handeln von mir und anderen Personen. Ich weiss, manche Menschen, denen etwas Wunderbares passiert, deuten dies als Fügung Gottes. Was ihnen wiederfahren ist, sehen sie als Geschenk «von oben». Ich missgönne ihnen diese Deutung nicht. Aber dann müssten wir auch die schrecklichen Ereignisse – Unfälle, Krankheiten, Kriege usw. – als Fügung Gottes deuten. Warum nur die punktuellen, wunderbaren Ereignisse? Ist Gott so selektiv? Das glaube ich nicht. Für mich ist Gott kein Marionettenspieler, der das Geschick der Menschen lenkt und willkürlich die einen begünstigt – es scheint, eher die Egoisten und Rücksichtslosen – und andere benachteiligt. Wenn ich im Glück Gott danke, dann für den guten Zufall und dass ich schnell reagieren konnte und dass andere aufpassten und richtig reagierten … Dass das Leben wieder einen Weg gefunden hat, dem Unheil und Tod zu entkommen. Ich danke auch dafür, dass Zufälle Chancen sind. Wir können sie nutzen oder ungenutzt verstreichen lassen. Unsere Freiheit zu handeln ist das Geschenk Gottes. Tun wir es mit glücklicher Hand und mit Liebe, kann etwas Wunderbares daraus werden, das mehr als einen Dankesseufzer wert ist.

José Balmer vertritt seine persönliche Sicht. Wer auf seine Anregungen einsteigen will, kritisch, zustimmen oder ergänzend, kann das in unserem begleitenden Forum tun (Online-Formular, Email).

14. Mai 2014