Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren

Dass der Mayakalender gerade jetzt an sein Ende kommt, interessiert mich nicht. Die mein Leben bestimmende Zeitrechnung hat mit der Geburt Jesu Christi ihren Anfang genommen und wird mit seiner Wiederkunft enden. Es muss mich nicht einmal kümmern, wann das sein wird, sagt doch das Markusevangelium eindeutig: «Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.»

Und der, der «mit grosser Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen» wird, ist zudem derselbe, der in Bethlehem geboren und am Kreuz für uns gestorben ist. Also freue ich mich in diesen Tagen einfach auf das Weihnachtsfest, mache es wie die Hirten in der Bibel, ziehe zum Kind in der Krippe und versuche, es Maria gleich zu tun, indem ich das, was uns in der Menschwerdung Gottes in Jesus geschenkt worden ist, im Herzen bewahre und darüber nachdenke. Dieses vom Lukasevangelium inspirierte Tun hat gleich mehrere (auch ganz praktische) Vorteile:

1. Bei Nachtwanderungen muss man vor allem auf den Weg achten. Das lehrt uns, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren.
2. Wer sich zu einem Kind, das in einem Futtertrog liegt, begibt, wird weder von ihm noch von seinen Eltern taxiert. Das befreit uns von vielem.
3. Nachsinnen und Ins-Herz-Einschliessen ist selten laut und nervig. 

Eine gute Voraussetzung für frohe Familienfeste! Übrigens, beim Evangelisten Lukas steht: «Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.» 

Alex L. Maier Theologe, Domherr, CoDekan, Pfarrer in Wangen an der Aare. Autorenportraits

19. Dezember 2012