Foto: Bernisches Historisches Museum, Bern. Christine Moor

HOMO MIGRANS

Im Historischen Museum Bern kann man derzeit auf vielfältige Weise dem globalen Phänomen der Migration nachgehen. Die Reise beginnt vor vier Millionen Jahren mit den ersten Menschen in Afrika.

Die Exponate verbildlichen dezent wesentliche geschichtliche Abläufe und damit verbundene Bewegungen der Bevölkerung auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Die Gründe für ein Verlassen des Vertrauten und ein Sich-Niederlassen an einem anderen Ort könnten vielfältiger nicht sein.

Steinzeitliche Werkzeuge, helvetisches Gold oder römische Gottheiten sind ebenso ausgestellt wie Objekte der durch die Hugenotten aufblühenden Textilindustrie, Hungerbrötchen, Judenstern, italienische Pasta oder die Trikots der multikulturellen Fussballnationalmannschaft. Es wird schnell deutlich, dass nationale Identifikation und Migration nicht (mehr) im Widerspruch zu einander stehen müssen und dass es beispielsweise nach offenen und toleranten Perioden auch immer wieder zu skeptischer Haltung oder fremdenfeindlichen Bestrebungen kam. Eine herausragende Rolle fällt daher Filmsequenzen zu, mit denen die moderne Ein- und Auswanderung ein «persönliches Gesicht» bekommt. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger, dafür individuell nachvollziehbar. Ausserdem: In unser aller Adern, unabhängig vom Migrationshintergrund, fliesst sowieso Neandertalerblut!

Andrea Huwyler


Bernisches Historisches Museum, Helvetiaplatz 5, Bern Homo Migrans, noch bis 28. Juni 2020;
Eintritt Fr. 20.–/15.– (AHV), Montag geschlossen. Infos:
www.bhm.ch

 

 

27. November 2019
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 25
  • Pfarrblatt / Angelus
  • Veranstaltungen