Kurznachrichten

«Wenn alte Menschen Suizid begehen,
ist das kein selbstbestimmtes Lebensende, sondern meist pure Verzweiflung. Man will anderen die Last des Weiterlebens nicht aufbürden. Diese Menschen brauchen keine Assistenz für ihren Suizid, sondern Schutz vor den Folgen ihrer Entscheidung aus einer depressiven Verstimmung heraus. Bevor wir sie beim Sterben assistieren, sollten wir ihnen erst einmal beim Leben helfen. Und wenn wir Menschen beim Leben helfen, ist das deutlich anspruchsvoller, als ihnen beim Sterben zu assistieren. Eine der wesentlichen Errungenschaften unserer Kultur ist es, dass auch die Schwachen, Elenden, Behinderten und Nutzlosen in unserer Mitte leben können, ohne dass ihnen die Entsorgung droht.»
Wulf Rössler, Professor em. für Psychiatrie an der Uni Zürich, in einem Meinungsbeitrag in der «NZZ am Sonntag» (5. Juni).

Die Würde jedes Menschen
Der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz SBK, Charles Morerod, «bedauert den Ausgang der Abstimmung vom vergangenen Sonntag» zum revidierten Fortpflanzungsmedizingesetz. In vielen Fällen würden nun Embryonen als «wahrscheinliche Träger» einer Krankheit oder einer Behinderung «beseitigt», statt dass man sich des Menschen annehme, heisst es in einer Medienmitteilung Morerods im Namen der SBK. Es sei den Bischöfen ein Anliegen, den Menschen mit Behinderung mitzuteilen, «dass wir an ihre volle Würde glauben und dass wir uns darüber freuen, dass ihr Leben von der Hilfe zahlreicher Personen begleitet ist», schreibt Morerod weiter. Die Anerkennung der vollen Würde jedes menschlichen Wesens, zuallererst des Schwächsten, sei wesentlich für eine gerechte Gesellschaft.
Andreas Krummenacher

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8. Juni 2016
erstellt von «pfarrblatt»
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