«Die Entwicklung zur mobilen Nutzung geht rasant weiter.» Charles Martig. Engagierter Einstieg mit Katrin Anastasi, Kirchgemeindepräsidentin St. Josef, Köniz. Sie und ihre Crew waren perfekte Gastgeber.

«Die Entwicklung zur mobilen Nutzung geht rasant weiter.» Charles Martig. Engagierter Einstieg mit Katrin Anastasi, Kirchgemeindepräsidentin St. Josef, Köniz. Sie und ihre Crew waren perfekte Gastgeber.

«pfarrblatt» nur noch mobile?

Will das «pfarrblatt» in der zunehmend säkularisierten Welt bekannt bleiben, kommt es um die Präsenz im virtuellen Raum nicht herum. Sofort nach dem Verteilen durch die Post sind die Printausgaben auch schon online abrufbar. Verschwinden sie schon bald ganz?


Die Delegierten der Pfarreien und Kirchgemeinden erfuhren an der Jahresversammlung von den diesbezüglichen Gedanken von Redaktion und Vorstand.

Die Fakten vorweg: «Das gedruckte ‹pfarrblatt› wird in den kommenden zehn Jahren unentbehrlich bleiben», bestätigte Barbara Kückelmann, Präsidentin der «pfarrblatt»Gemeinschaft an der Vereinsversammlung in der Pfarrei St. Josef in Köniz. Über diesen Zeitrahmen hinaus wagte sie jedoch keine sichere Prognose. «Grundlegende Entscheide bleiben sowieso bei der Delegiertenversammlung », sagte sie, zeigte sich aber offen für alles: «Wir freuen uns schon heute, das ‹pfarrblatt› von morgen zu entwickeln.» Die Aktualität des Themas umschrieb die Präsidentin mit dem Hinweis, dass bei den über 70Jährigen etwa 40 Prozent das Internet nutzen würden; zwischen 14und 30Jährigen seien es gegen 100 Prozent. Zudem orientieren sich viele Leserinnen und Leser in den Medien «überkreuzt», also online und auf Papier, wobei die Medienlandschaft durch ersteres immer mehr dialogisch werde, etwa in Kommentaren und Chats der sozialen Medien.
Nachdem er von divergierenden Meinungen seitens der Leserschaft zur Serie von José Balmer berichtet hatte, hakte auch Mitredaktor Jürg Meienberg beim Dank ein. An die «40 Aussenredaktionen, mit welchen wir genial Woche für Woche Daten, Informationen über Gottesdienste, Veranstaltungen, Gruppen und Personalnachrichten generieren.» «Wenn Kirche und Staat eine Zukunft hat in den Berner Landen, liegt sie in der Nähe zum Menschen, im Gebet und im sozialen Handeln für die, die es nötig haben», sagte Meienberg und schloss in den Dank den Vorstand mit ein, «der das Schiff klug und mit Engagement steuert».

Die Notwendigkeit der Kirchen in den Medien machte auch Dr. Charles Martig zum Thema. Martig ist Direktor des neuen katholischen Medienzentrums in Zürich West als Nachfolge der Katholischen internationalen Presseagentur Kipa. Dort ist auch die Zusammenarbeit mit Medienagenturen anderer Konfessionen gewährleistet. «Weil Religion, Politik und Gesellschaft in den Medien immer wichtiger werden», hatte Martig sein Referat betitelt und die Forderung begründet: «Die Entwicklung zur mobilen Nutzung geht rasant weiter, ebenso die multikulturellen Trends in den Pfarreien.»

Acht Jahre hatte Franz Erni im «pfarrblatt»Vorstand die Gesamtkirchgemeinde Bern vertreten und dabei immer die Menschen in den Mittelpunkt gestellt. Vorstand und Redaktion liessen ihn nur ungern ziehen. «Wir haben das grosse Glück mit Daniel Dossenbach, Firmenkundenberater der privaten Sprachschule ‹academia›, den Vorstand ohne Unterbruch weiterführen zu können», freute sich Barbara Kückelmann.

Die von Thomas Studer vorgestellte Jahresrechnung 2014 schloss mit Einnahmen von 1662084.20 und einem Aufwand von Fr. 1663952.–. Der Betriebsverlust von Fr. 1‘868.fiel um über Fr. 90000.– besser aus als budgetiert. Der Voranschlag 2016 sieht bei Einnahmen von Fr. 1651100.– und Aufwendungen von Fr. 1767000.– einen Verlust von 115900.– vor, den Thomas Studer auf steigende Porti und Speditionskosten zurückführte. Das Budget basiert auf Fr. 56900.– Abos beim unveränderten Preis von Fr. 29.–.
A propos Geld: Laut Barbara Kückelmann prüft der Vorstand effizientere und preiswerterer Adressbewirtschaftungsmöglichkeiten. Die Kirchgemeinden Thun und Langenthal testen während zweier Jahre ein neues Verfahren, dessen Kosten während der Pilotphase die «pfarrblatt»Gemeinschaft übernimmt. Nach der Pilotphase könnten alle Pfarreien die Adressen elektronisch verwalten. Die Kirchgemeinden werden bis im Herbst 2015 schriftlich orientiert.

Text und Bilder: Guido Lauper

13. Mai 2015