Wie bei den Alten Römern. Foto: Nora Moraschinelli

Undurchdringliche Mauern und schmale Fenster


Serie «Reise durch die Epochen»
Was könnte ich mit meinem Grosskind unternehmen, das uns beiden Freude macht? Diese Frage haben sich meine Grosseltern sicherlich einige Male gestellt. Das ist auch die Ausgangsfrage für die Serie «Reise durch die Epochen». Sie, liebe Leser*innen, liebe Grosseltern sollen inspiriert werden, für Ausflüge mit ihren Kindern oder Grosskindern, für Unternehmungen, die allen Spass machen. Vielleicht kann man sogar noch etwas lernen. Ich werde jeweils die Kirche einer historischen Epoche vorstellen. Dazu gibt es weiter Möglichkeiten und Tipps spezielle für Kinder, damit Freude und Spass nicht zu kurz kommen.

Die Romanik in der Abteikirche Payerne

Von Nora Moraschinelli*

Sobald man aus dem Zug steigt und in die Stadt Payerne eintaucht, fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt. Payerne ist ein kleines pittoreskes Städtchen im Kanton Waadt. Das Herz dieser Stadt ist die romanische Abteikirche aus dem 11. Jahrhundert. Es ist das grösste, noch erhaltene romanische Gotteshaus der Schweiz.

Der Begriff Romanik kommt von «romanesque». Dieses Wort deutet die Ähnlichkeit mit der römischen Architektur an, von der viele Elemente inspiriert sind. Die romanische Architektur beginnt etwa um 950 und tritt in ganz Europa auf.

Charakteristisch für die Romanik sind Rundbögen, undurchdringbare Mauern mit schmalen Fenstern. Die Basilika in Payerne ist ein perfektes Beispiel dafür. Die Kirche bildet das imposante und undurchdringbare Zentrum von Payerne, ist jedoch durch den römisch inspirierten Baustil gleichzeitig elegant. Wenn man in der Kirche steht, wirkt die Basilika enorm gross. Dies ist eine raffinierte Täuschung, die durch die innovative Architektur zustande kommt.

Es empfiehlt sich sehr, die 90-minütigen Audioguide-Führung zu machen. Sie ist im Eintrittspreis enthalten. Man startet mit einem kurzen Film über die geschichtlichen Hintergründe der Kirche. Es bleibt einem dann freigestellt, ob man die Tour nach den Vorgaben macht oder die Kirche nach Lust und Laune erkunden geht.

Man erfährt alles über die Kirche von ihrer Entstehung im 11. Jahrhundert bis heute. Von Erfahrungsberichten der Einwohner von Payerne bis zum Gesang der Mönche. Die 20 Stationen erschaffen ein umfassendes Bild der Kirche und wie sie über die Jahre genutzt wurde. Durch die Stimme des Audioguides wird man förmlich in eine andere Zeit transportiert. Der Vorteil dabei, man kann die Kirche in seinem eigenen Tempo anschauen, inklusive Mittagspause.

Anreise

Payerne ist von Bern mit dem Zug gut erreichbar. Der Weg zur Abtei ist ausgeschildert, sie befindet sich in ca. 5 Minuten Gehdistanz von Bahnhof entfernt. Parkplätze sind neben der Abtei ebenfalls vorhanden.

Tipp für Kinder

In der Kirche hat es eine Kinderecke. Kleinere Kinder können hier beispielsweise malen. Für sie ist der Audioguide zu anspruchsvoll, es hat jedoch diverse interaktive Stationen mit Bildschirmen, die sich bedienen lassen. Der Schlafsaal der Mönche wurde nachgestellt und nachgebaut, ebenfalls mit interaktiven Elementen. Das ist auch spannend für kleinere Kinder.

Eine mögliche zweite Etappe für den Ausflug wäre der Erlebnispark Payerneland. Er befindet sich etwas ausserhalb von Payerne und ist ganz auf Kinder ausgerichtet.

 

*Zur Person: Nora Moraschinelli schloss vor kurzem die Fachmittelschule ab und macht zurzeit ein Praktikum in der Jugendarbeit. Lesen und Ausflüge machen mit der Familie sind zwei von Noras Leidenschaften.

12. September 2021
erstellt von «pfarrblatt»
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