Filmbild aus «Die Hand Gottes»
© Netflix.com

Die Hand Gottes

Filmtipp

Gebannt starrt der 17-jährige Fabietto auf die Leinwand. Er mag die Realität nicht mehr. Sie ist mies. Und deshalb rettet sich der junge Italiener ins Kino. Seit einem Schicksalsschlag erscheint ihm die Welt chaotisch. Er kann sie nicht kontrollieren und das macht ihm Angst.

«È stata la mano di Dio» erzählt die Geschichte von Fabietto, der in den 80er-Jahren in Neapel aufwächst. Die Eltern sind lebenslustige Menschen, die einen exzentrischen Lebensstil mit skurrilen Einfällen führen. Und da wäre noch Diego Maradona, der Fabietto und die Neapolitaner im Sommer 1986 verzaubert. Doch eine unerwartete Tragödie in Fabiettos Leben unterbricht die lebensfrohe Unbeschwertheit jäh.

Fabietto ist niemand anderes als der junge Paolo Sorrentino. Der in seinem bisher persönlichsten Film von seiner Jugend, seiner Stadt Neapel, dem Fussball, dem Kino und vor allem von seiner Familie erzählt.

Sorrentino, bekannt für seine opulenten Bilder, produzierte diesen Film in für ihn untypischen ruhigen Einstellungen mit wenig Musik. Herausgekommen ist dabei ein intimes Porträt über einen jungen Mann, der sich mit Verlust und Liebe, Verlorenheit und Geborgenheit auseinandersetzen muss. Trotzdem bleibt der Film humorvoll und heiter, gleitet niemals in Selbstmitleid ab und beschreibt das Leben, wie es ist: Wunderbar widersprüchlich.

Silvan Maximilian Hohl, Filmemacher

«È stata la mano di Dio», Italien/USA 2021; Regie: Paolo Sorrentino; Verleih Netflix
Ab 2. Dezember im Kino und ab dem 15. Dezember auf Netflix.