Die Pastoralraumleitenden Petra und Thomas Leist mit einem Geschenk für ihre Bernhardinerhündin Xivia. Foto: Vera Rüttimann.

Mit Schlüssel, Kreuz und Frolic

Petra und Thomas Leist leiten neu den Pastoralraum Seeland

Der Pastoralraum Seeland ist gross und kulturell vielfältig. Als neues Leitungsteam will sich das Ehepaar Petra und Thomas Leist dieser Herausforderung stellen. Am Samstag, 13. November, wurden die beiden in Lyss offiziell eingesetzt.

Von Vera Rüttimann

Die Kirche St. Maria Geburt in Lyss war voll besetzt, als die Leitung des Pastoralraums Seeland letzten Samstag offiziell in die Hände von Petra und Thomas Leist übergeben wurde. Bereits am 1. Oktober hat das Ehepaar seine Tätigkeit aufgenommen. In den Bänken freuten sich Kirchgemeindepräsidentin Patrizia Lehmann, Vertretende von Pastoral und Schwesterkirchen mit, dass dieses Kirchenschiff neu in Fahrt kommt.

Herzen öffnen

Für Petra und Thomas Leist gab es im Rahmen des Festgottesdiensts mehrere Geschenke. Eberhard Jost, Pfarreiseelsorger an den Pfarreizentren Ins und Täuffelen, übergab den beiden einen grossen Schlüssel aus Holz. Er wünschte ihnen viele Schlüsselbegabungen, um die Herzen der Menschen öffnen zu können. Edith Rey Kühntopf, Regionalverantwortliche des Bischofsvikariats St. Verena, spendete dem Ehepaar im Namen von Bischof Felix Gmür schliesslich die Sendung. Sie übergab den gebürtigen Deutschen ein schmuckes Kreuz. «Die Worte Jesu sollt ihr den Menschen schmackhaft machen, damit sie sich daran erbauen können», gab sie den beiden für ihre Arbeit mit auf den Weg. «Richtet sie auf, befreit sie zum aufrechten Gang» – eine bessere Aufgabe gebe es nicht.

Weites Feld

Der Pastoralraum Seeland besteht aus der Pfarrei Maria Geburt Lyss-Seeland, mit den vier Pfarreizentren Lyss, Büren, Täuffelen und Ins. «Grosse Aufgaben kommen auf Petra und Thomas Leist zu», sagte Patricia Lehmann in ihrem Grusswort. Die Katholik:innen vor Ort beschrieb Lehman als aufgeschlossene Leute. Man stosse hier auf offene Türen. «In diesem Umfeld zu arbeiten, fordert von euch viel Motivation, Organisationtalent und Prioritätensetzung», sagte sie. Dabei sei die kulturelle Vielfalt vom oberen bis zum unteren Seeland zu berücksichtigen.

Die Ökumene habe in der Diaspora hier einen speziellen Stellenwert. «Die Zusammenarbeit mit den Kirchgemeinden anderer Konfessionen ist sehr gut, konstruktiv und wichtig», hielt Patricia Lehmann fest. Es gelte, diese weiter zu pflegen. Das Seelsorgeteam um Pfarrer Matthias Neufeld werde den beiden dabei tatkräftig zur Seite stehen.

Auch Ernst Hug, Pfarrer der evangelisch-methodistische Kirche Lyss, freut sich auf die ökumenische Zusammenarbeit mit den beiden. Er schenkte dem Ehepaar ein Solarlämpchen. «Richtet es auf das Licht Gottes aus und ermutigt andere dazu, es gleichzutun», sagte er. Ueli Burkhardt, seit über 30 Jahren Pfarrer in der evangelischen Kirchgemeinde Diessbach, betonte das ökumenische Miteinander ebenso: «Die Zukunft der Kirche ist ökumenisch, oder sie ist nicht.»

Entschleunigung dank Zuckerrüben

Marie-Louise Beyeler, Präsidentin des Landeskirchenrats der römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Bern, wies in ihrem launigen Grusswort darauf hin, dass das neue Seelsorge-Ehepaar viele Kilometer durch den weiträumigen Pastoralraum fahren müsse. Dabei gebe es in den Herbstmonaten eine Besonderheit, zu welcher sie gleich ein paar Insidertipps mitgab: «Plant auf allen Fahrten etwas mehr Zeit ein. Es könnte nämlich sein, dass ihr hinter einen sogenannten «Sugar-Train» geratet.» Die grossen Traktoren, die Rüben in die Zuckerfabrik fahren, könnten schon mal für Staus sorgen, die man als geschenkte Zeit zur Entschleunigung betrachten könne. Marie-Louise Beyeler wünschte den beiden viel Kraft und Durchhaltevermögen, falls die Arbeit auch einmal schwierig werden würde. Zum Schluss erhielten Petra und Thomas Leist noch eine grosse Packung Frolic – nicht für sie, sondern für ihre grosse vierbeinige Freundin, die Bernhardinerhündin Xivia.

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