Offizieller Trailer

«Poesie im Leben»

Eine neue «Netflix»-Serie mit Papst Franziskus

Liebe, Träume, Kampf und Arbeit sind universelle Themen, über die Papst Franziskus in der neuen «Netflix»-Serie spricht. Ohne weisse Soutane würde man ihm den Papst nicht anmerken. Seine Erzählungen bleiben wunderbar irdisch.

Von Eva Meienberg, kath.ch

«Für die Zukunft der Menschheit ist es wichtig, dass Junge mit Alten reden», sagt Papst Franziskus in der ersten Folge der Netflix-Serie «Geschichten einer Generation mit Papst Franziskus». Es ist ein Projekt der italienischen TV-Produzentin Simona Ercolani und des Papstvertrauten und Jesuiten Antonio Spadaro.

Die junge Generation sind Filmemacherinnen und Filmemacher unter 30. Sie haben alte Menschen porträtiert, deren Biografien für die grossen Themen der Zeitgeschichte stehen: das Ende der Apartheid in Südafrika, die Erforschung des Klimas oder der Kampf Indigener in Honduras um ihr Land.

Porträtiert werden Prominente wie der US-Regisseur Martin Scorsese («Taxi Driver»), die britische Verhaltensforscherin Jane Goodall oder Dave Lowe, der wegen seines Kampfs fürs Klima den Friedensnobelpreis bekam. Alle Persönlichkeiten sind herausragend, ihre Lebensgeschichten aussergewöhnlich. Trotzdem stehen sie exemplarisch für die Geschichten aller Menschen, die lieben, träumen, kämpfen und arbeiten.

«Die Liebe ist frei, sonst ist es keine Liebe», sagt Papst Franziskus. Er sitzt auf einem Fauteuil, der etwas verloren inmitten von Kameras und Scheinwerfern steht. Jede Folge beginnt mit einigen Gedanken des Papstes zum Thema. Hätte der Mann keine weisse Soutane an, würde man ihm den Papst nicht anmerken. Seine Erzählungen bleiben wunderbar irdisch.

Später sagt der Papst: «Jemand, der nicht träumen kann, dem fehlt es an Poesie im Leben.» Oder: «Wenn Sie mich fragen, ob ich ein Kämpfer bin, würde ich sagen: Ich bin eher faul als kämpferisch», lacht Papst Franziskus in die Kamera. Es gefalle ihm nicht dies zu sagen, aber es gebe kein Leben ohne Kampf.

Arbeit gebe den Menschen Würde, ist Papst Franziskus überzeugt. Er selbst habe das als Jugendlicher erlebt, als er in den Ferien in einer Strumpffabrik geputzt habe. Beim Thema Arbeit kommt dem Kirchenoberhaupt seine Hebamme in den Sinn. Sie habe ihm und seinen fünf Brüdern das Leben geschenkt. «Eine Hebamme hat etwas Heiliges», sagt Papst Franziskus über den uralten Frauen-Beruf. «Sie gibt, empfängt und respektiert das Leben.»

Die Serie entbehrt nicht eines gewissen Pathos. Die Bilder sind zu laut. Die Geschichten der alten Generation sprechen für sich und könnten leiser, subtiler erzählt werden. Die Hoffnung in die junge Generation gehört zum Habitus der Alten, ist aber nicht unproblematisch. Denn die junge Generation will ihre Erfahrungen und Fehler machen können. Den Auftrag zu bekommen, die Zukunft der Menschheit zu retten, ist dabei nicht förderlich. Die Jugend braucht eine gewisse Leichtigkeit, denn die Last der Untaten älterer Generationen wird sie eher früher als später tragen müssen.

Zum Glück sind die Protagonistinnen und Protagonisten der Serie auch darin leuchtende Vorbilder. Sie suchen und finden das Glück an den abgelegensten Orten der Welt. Und laden zum Träumen ein – zur «Poesie im Leben», von der Franziskus spricht. Sie machen Mut, Träume wahr werden zu lassen.

 

Hinweis: «Geschichten einer Generation», mit Papst Franziskus. Vier Folgen: «Liebe», «Träume», «Kämpfen» und «Arbeit». Gezeigt werden über 70-jährige Frauen und Männer aus aller Welt, die von jungen Filmemacher:innen unter 30 zu universellen Lebensthemen befragt wurden. Unter den Senioren sind auch der US-Regisseur Martin Scorsese und die Verhaltensforscherin Jane Goodall. Ab sofort verfügbar bei Netflix