Gemeinsam etwas bewegen

Der Grosse Kirchenrat der Katholischen Kirche Region Bern zieht Bilanz.
18. Juni 2026 · Region Bern
Christian Geltinger
Dr. Christian
Geltinger
Kommunikation Pastoralraum Region Bern

Richtungweisende Traktanden für die Zukunft standen auf dem Programm der 216. Sitzung des Grossen Kirchenrates der Katholischen Kirche Region Bern am 17. Juni 2026 in der Rotonda der Dreifaltigkeitskirche, finanziell - sozial - personell.

Christian Geltinger

"Hier und Jetzt ist wichtig, aber nicht alles", so Ruedi Heim, Leitender Priester der Katholischen Kirche Region Bern, bei seiner geistlichen Einstimmung zur Sitzung des Grossen Kirchenrates. Er verwies damit auf die Dimension der Ewigkeit, die das Alleinstellungsmerkmal der Kirche sei. "Wir stehen auf den Schultern unserer Vorfahren und schaffen die Rahmenbedingungen für die nachfolgende Generation." In diesem Zusammenhang dankte Ruedi Heim allen, die sich einsetzen, um Gemeinsames zu bewegen. Dabei sei es manchmal nötig, sich von alten Gewohnheiten zu verabschieden und Neues zu wagen. Wo viele Erwartungen, Haltungen und Vorstellungen zusammenkommen, müssen Kompromisse gefunden werden. Dabei kann es helfen, wenn wir manche Entscheidungen in einen grösseren Kontext einordnen, "sub specie aeternitatis" (aus dem Blickwinkel der Ewigkeit).

Finanziell ein sehr gutes Jahr - Jahresrechnung 2025 

Gewohnt einstimmig waren die Entscheidungen, die der Grosse Rat an diesem Abend verabschiedet hat. Das liegt nicht zuletzt an der vorbildlichen Vorbereitung der unterschiedlichen Traktanden durch die Fachresorts und der Abteilungen der Geschäftsstelle sowie der kritischen Prüfung durch die Geschäftsprüfungskommission. Insbesondere das von Monika Lüdy geführte Finanzresort ist hier zu nennen. Die stellvertretende Präsidentin des Kleinen Kirchenrats präsentierte ihr Ergebnis mit den Worten: "Für die Gesamtkirchgemeinde Region Bern war es ein finanziell sehr gutes Jahr", was Karl Widmer von der GPK nur bestätigen konnte. Die Jahresrechnung 2025 schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 35 TCHF. Budgetiert war ein um 600 TCHF grösserer Aufwandüberschuss. Der Dank des gesamten Rats galt Monika Lüdy für ihre gewissenhafte Leitung des Resorts Finanzen und Helen Coombs von der Geschäftsstelle, stellvertretend für ihr Team Rechnungswesen.

Gemeinsam effektiver - sozialdiakonisches Engagement der Kirchen

Starke Finanzen sind insbesondere eine unabdingbare Voraussetzung für das sozialdiakonische Engagement der Katholischen Kirche Region Bern. Monika Moritz, Leiterin des Resorts Soziales, brachte in diesem Zusammenhang den Antrag ein, die Zusammenarbeit mit der Evangelisch-reformierten Gesamtkirchgemeinde Region Bern im Bereich der gemeinsam finanzierten Projekte für den Zeitraum von 2027 - 2030 fortzusetzen. Franziska Eisenring, neu in der GPK, folgte dabei der Argumentation des Kleinen Kirchenrats. Die Zusammenarbeit sei ressourcenschonender für beide Seiten, Kirchen und Antragsteller. Darüber hinaus könne dadurch die Wirksamkeit und Sichtbarkeit erhöht werden. Eine zu klärende Irritation, die auch im Rat aufgegriffen wurde, war die Frage der finanziellen Einbindung jener Gemeinden, die der Evangelisch-reformierten GKG nicht beigetreten sind. Hier geht es vor allen Dingen um die Finanzierung, die derzeit im Verhältnis ein Dritten (katholisch) zu zwei Drittel (reformiert) liegt und sich an den Mitgliederzahlen und der damit verbundenen Steuereinnahmen orientiert. Die beiden reformierten Kirchgemeinden würden derzeit nicht zahlen, aber profitieren. Man könne hier nicht in bestehende juristische Auseinandersetzung seitens der reformierten Kirchgemeinden eingreifen, werde das Thema aber im Auge behalten, so Monika Moritz, und Verhandlungen aufnehmen, sobald die internen Auseinandersetzungen seitens der reformierten Kirchgemeinden geklärt sind. Auch dieser Antrag wurde nach einer kurzen Diskussion einstimmig angenommen.

Modern im Auftritt, rasant auf dem Rad - Abschied von Ruedi Heim

Schliesslich verabschiedete Stefan Kessler, Präsident des Grossen Kirchenrates, Pfarrer Ruedi Heim, der nach über acht Jahren als Leitender Priester des Pastoralraums Bern im Herbst das Amt des Generalvikars des Bistums Basel antreten wird. Ruedi Heim habe als kluger Denker und engagierter Brückenbauer die Geschicke des Pastoralraums vorangetrieben. "Modern im Auftritt, rasant auf dem Rad und mit viel Humor" sei Ruedi Heim durch seine Meinungsstärke aufgefallen, habe aber immer auch den Raum für andere Meinungen gelassen. Die Pfarreiarbeit werde ihm fehlen, so Ruedi Heim: "Kirche muss dort sein, wo Menschen etwas wollen." Das werde auch in Zukunft die Herausforderung sein, wenn etwa die Schere zwischen den finanziell starken Landeskirchen zu den finanziell schwachen immer mehr auseinandergehe. Nach dem Dank hat man den Abend wie üblich in geselliger Runde ausklingen lassen.

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