Pastoralraum Biel-Pieterlen
flöschen, flickr.com

"Christus zerbrach am Kreuz an der steinharten, steil hierarchisch organsierten Religions- und Reichspolitik der Römer. In deren Institutionen ist die römisch-katholische Kirche eingewandert und hat sie sich zu eigen gemacht, nicht in die Gruppe wandernder Messiasgläubiger, die keinen Pontifex hatte, keine Bischöfe kirchlicher Rechtsverfassung und die ihren Messias in Gott hinein verlor und so gerade nicht verfügbar hatte."

Wolfgang Treitler, Theologe und Uniprofessor

Mutige Schritte ins Neue - Retraite21

Retraite im Pastoralraum Biel-Pieterlen 15.-17. Oktober

Der Pastoralraum Biel-Pieterlen ist in seiner jetzigen Form noch sehr neu. Diskussions- und Gesprächsbedarf sind im Zuge der Coronapandemie zwischen Ängsten, Verunsicherungen und Vorschriften zu kurz gekommen. Darin tauchten sehr persönliche Fragen auf und mussten ungewohnte Wege gegangen werden. Aber auch Grundsätzliches drängte sich auf: Hätte Kirche nicht mehr zu der Herausforderung dessen sagen müssen, was u.a. Ton Veerkamp die Welt, aber die «Welt anders» nannte. Die prägende Aussage von Dorothee Sölle «Jeder theologische Satz muss auch ein politischer sein» deutet an, in welcher und wessen Tradition auch Kirche vor Ort steht und dass mitunter quälende Finanz- und Personalfragen niemals bestimmend sein dürfen. Dabei ist es wichtig, dass Menschen im Gespräch bleiben, dass man und frau Zeichen setzt.

Leitfaden "Reich-Gottes-Praxis"

Daher hat das Pastoralraumteam beschlossen, im Oktober eine Retraite durchzuführen, die der Ausgangspunkt für die Formulierung eines Leitbildes des Pastoralraumes sein soll, das sich an der Mitte der Botschaft Jesu orientiert: Dem «Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit für die Erde». Dieses Leitbild soll konkret werden im Hinblick auf die verschiedenen Kategorien von Pastoral, sagen, was wir tun, konkrete Ziele benennen, die in den Dialog mit den staatskirchenrechtlichen Gremien einfliessen sollen. Stichworte sind z.B.: Ganzheitliche Solidarität, Offenheit für Unangepasste, Teilhabe, herrschaftsfreie Leitung, Vernetzung mit menschenrechtlich engagierten Frauen, Männern und Jugendlichen in Biel/Bienne und in den Dörfern statt abgrenzende Kontrastgesellschaft, liturgische Feiern als symbolische Praxis des Reiches Gottes statt magisch-dogmatischer Kult, Mitarbeit an einer Gesellschaft gleicher Würde und Teilhabe aller, Option für Arme und Bedrängte, Einsatz für eine alle Menschen fördernde und die Natur achtende Sozial-, Entwicklungs- und Friedenspolitik wie bei der Konzernverantwortungsinitiative.

Worum es geht…

Worum es geht, machte bereits genannte Dorothee Sölle schon 1967 in ihrem Statement Kirche ausserhalb der Kirchemit kraftvollen Worten deutlich, die nichts von ihrer Aktualität eingebüsst haben:

«Wenn die Menschen ausserhalb der Kirche als Randsiedler angesprochen werden, so liegt solchem Reden ein Denkbild zugrunde, eine bestimmte leitende Vorstellung, die sich ohne Mühe auf ein Blatt Papier zeichnen lässt. Der Mittelpunkt dieses Bildes ist Christus, um ihn herum im Kreis seine Gemeinde, die den Kern bildet. Um diesen Kreis herum gibt es in einer gewissen Entfernung noch einen weiteren Kreis, dessen Horizontlinie unterbrochen und nur gestrichelt ist – das sind die Randsiedler, deren Abgrenzung von der Kirche diffus bleibt. Ausserhalb dieses zweiten Kreises findet sich dann die Welt und ihre Kinder. Dieses Bild ist theologisch falsch. Christus ist nicht der Mittelpunkt, der von der Welt durch den Schutzwall der Kerngemeinde getrennt wäre. Auch heute hat Christus seinen Ort noch dort, wo ihn vor 2000 Jahren Jesus von Nazareth fand – bei den Zöllnern und Sündern, bei den Randsiedlern und Atheisten. Warum hat Jesus zu diesen Leuten gehalten? Weil er Menschen nicht ansah nach ihren Lebensgewohnheiten, ihren Ansichten über Gott und Unsterblichkeit, sondern nach ihren Erwartungen.»

Darum wird es gehen: Wahrzunehmen, wo sich «Kirche Jesu» ereignet – auch ohne Bekenntnis und Zugehörigkeit. Sich auf diese Menschen «seines Willens» einzulassen.

Referent*innen

Für die Retraite konnten drei Referent*innen gewonnen werden: Dr. Urs Eigenmann, wegweisender Schweizer Befreiungstheologe, Jutta Lehnert, Theologin und Pastoralreferentin, die sich durch ihren mutigen Einsatz und ihre feministisch-befreiungstheologische Praxis einen Namen gemacht hat, sowie Jan Hartmann aus Biel/Bienne, Coach, Supervisor, Berater, der gerne Menschen in Bewegung bringt.

Sie können bei uns ab sofort Ihr Interesse an der Teilnahme anmelden. Für die Diskussionen am Samstag gilt ggf. eine Teilnehmendenobergrenze. Zum Singen mit dem Cantus Cordis am Freitagabend und zum Gottesdienst mit Tafelgesang sind alle Menschen herzlich eingeladen.

Peter Bernd


Was man und frau wissen sollte…

Datum und Ort: Freitagabend, 15. Oktober, bis Sonntag, 17. Oktober in Christkönig Biel/Bienne.

Freitag: 18.00 Uhr – Offenes Singen für Familien und alle anderen mit Rebecca Zimmermann: Lustvolles Üben der Gemeindelieder vom Sonntag.

Samstag: 9.00-18.30 Uhr – Werkstatttag mit Dr. Urs Eigenmann, Jutta Lehnert und Jan Hartmann.
Ankommen ab 9.00 Uhr; Start um 9.30 Uhr. Input, Werkstatt Gemeinde, Bibelarbeit, Ideensammlung… Gemeinsames Mittagsmahl.
18.30 Apéro zum Abschluss.
Zertifikatspflicht. - Wir freuen uns, wenn am Abend alle, die es vermögen, noch beim Aufräumen mit Anpacken; dann geht es sehr schnell. Merci beaucoup!

Anmeldung für Samstag: Bis 7. Oktober. Tel. 032 366 65 99, pfarrei.bruderklaus@kathbielbienne.ch und peter.bernd@kathbielbienne.ch 

Sonntag: 10.00 Uhr Gottesdienst in Christkönig für den ganzen Pastoralraum mit Tischgesang.
Musikalische Gestaltung: Cantus Cordis unter Leitung von Rebecca Zimmermann; Diego Rocca.
Predigt: Jutta Lehnert. – Apéro. – Herzlich willkommen!
Zertifikatspflicht.

Programmflyer für den 16. Oktober

www.wir-sind-ohr.ch

Unter dem Motto «Wir sind ganz Ohr für Ihre Stimme» ist am 17. Oktober der von Papst Franziskus initiierte synodale Prozess zur Entwicklung der Kirche im Bistum Basel gestartet. Dazu konnten und können sich in der ersten Phase des Prozesses kleine Gesprächsgruppen bilden, die den Weg der Anmeldung über die Webseite www.wir-sind-ohr.ch​​​​​​​ finden. Die Teilnahme ist noch bis 30. November möglich; dann endet die erste Phase. Machen Sie mit. Um eine Eingabe zu machen, genügt auch ein- oder zweimaliges Zusammenkommen Ihrer/Eurer Gruppe.
Der ganze Prozess läuft zu auf die so genannte «Synode 2023», die von Papst Franziskus einberufen wird.

Das Pastoralraumteam wäre froh um eine kurze Mitteilung, wenn Sie sich beteiligt haben. Merci beaucoup!

«Mensch Männer!»

Angebot auch von katholisch biel-pieterlen

Mensch Männer! ist ein freies Angebot für Männer von 25-65 Jahren, unabhängig von politischem und religiösem Denken, finanziell getragen durch die reformierte Kirche Biel. Jeder Anlass kann einzeln besucht werden. Die Angebote sind in der Regel kostenlos, ausser in der Anmeldung zum Angebot ist etwas anderes notiert.
Mensch Männer! ist ein Ort, wo sich Männer begegnen und austauschen, sich entspannen und begeistern, loslassen dürfen und einfach sein können. Das Selbstverständnis und die Lebensentwürfe von Männern sind mächtig in Fluss geraten. Viele betrifft es ganz direkt, manche nehmen es nur am Rande wahr.
Die körperlichen, seelischen und spirituellen Dimensionen des Mannseins kommen zum Ausdruck.
Mensch Männer! greift Themen auf, die das Mann-, Vater-, Partner-, Bürger-Sein und das Berufsleben betreffen.
Mit Peter Bernd unterstützt auch die katholische Kirche wieder das Angebot und trägt es personell mit.

Männerpalaver mit Jan

Im Palaver greifen wir das Jahresthema von Mensch Männer «Mann im Fluss» auf, mit folgenden Fragen: Wonach dürstet mir? Wie stille ich meinen Durst?
Mit diesen zentralen Fragen eröffnet Jan die Männerrunde. Ihr aber steuert den weiteren Verlauf des Gespräches: Jede Meinung und Ansicht hat Gewicht und seine Berechtigung. Es gibt kein richtig oder falsch.
Wir freuen uns auf dein Mitmachen. Am besten nimmst du noch einen Freund oder Kollegen mit. So wird das Gespräch lebhaft und vielseitig.

Information zur Gesprächsform: www.maennerpalaver.ch Kontakt: Jan Hartmann, Tel. 076 575 87 26. - Flyer

Zeit und Ort: Dienstag, 9. November, 19.00-21.00 Uhr, Wyttenbachhaus, Zimmer 4, Jakob-Rosius-Strasse 1, Biel/Bienne.

Einladung zur Pastoralraumretraite

»Christus ist nicht der Mittelpunkt, der von der Welt durch den Schutzwall der Kerngemeinde getrennt wäre. Auch heute hat Christus seinen Ort noch dort, wo ihn vor 2000 Jahren Jesus von Nazareth fand – bei den Zöllnern und Sündern, bei den Randsiedlern und Atheisten. Warum hat Jesus zu diesen Leuten gehalten? Weil er Menschen nicht ansah nach ihren Lebensgewohnheiten, ihren Ansichten über Gott und Unsterblichkeit, sondern nach ihren Erwartungen.«  Zitat Dorothee Sölle, 1967

Darum wird es gehen: Der Pastoralraum Biel-Pieterlen ist in seiner jetzigen Form noch sehr neu. Diskussions- und Gesprächsbedarf sind im Zuge der Coronapandemie zwischen Ängsten, Verunsicherungen und Vorschriften zu kurz gekommen. Aber auch Grundsätzliches drängte sich auf: Hätte Kirche nicht mehr zu der Herausforderung dessen sagen müssen, was u.a. Ton Veerkamp die Welt, aber die „Welt anders“ nannte.
Die Retraite soll der Ausgangspunkt für die Formulierung eines Leitbildes des Pastoralraumes sein, das sich an der Mitte der Botschaft Jesu orientiert: Dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit für die Erde. Wahrzunehmen, wo sich «Kirche Jesu» ereignet – auch ohne Bekenntnis und Zugehörigkeit. Sich auf diese Menschen «seines Willens» einzulassen. ehr Infos: s. Angelus und Webseite.

Für die Retraite konnten zwei Referent*innen gewonnen werden
Dr. Urs Eigenmann (wegweisender Schweizer Befreiungstheologe)
Jutta Lehnert (Theologin und Pastoralraumreferentin)

Programm
Freitagabend, 15. Oktober, 18.00 Uhr
Gesangsprobe mit dem Chor Cantus Cordis für alle, die Lust haben

Samstag, 16. Oktober ab 9.00 Uhr
Ankommen, Input, Werkstatt Kirche, Bibelarbeit, Ideensammlung, gemeinsames Mahl

Sonntag, 17. Oktober. 10.00 Uhr
Gottesdienst mit Tafelgesang für den ganzen Pastoralraum mit dem Cantus Cordis, ggf. Apéro
Predigt: Jutta Lehnert

Anmeldung bis 07. Oktober 2021
Im Sekretariat Bruder Klaus unter 032 366 65 99 oder pfarrei.bruderklaus@kathbielbienne.ch

Infos und Fragen:
Peter Bernd, peter.bernd@kathbielbienne.ch

Aus den drei Pfarreien in Biel und Umgebung sowie der Pfarrei Pieterlen/Lengnau/Meinisberg ist im September 2014 der Pastoralraum Biel-Pieterlen entstanden. Unsere Grundhaltung und… weiterlesen

„leben teilen“ – Auf nach Stuttgart zum Katholikentag!

Gerade ist der 3. Ökumenische Kirchentag in Frankfurt am Main zu Ende gegangen. Ohne Corona wären 200'000 Menschen vor Ort gewesen. Diskussionen, Podien, Bibelarbeiten, Workshops, Musik, Kultur und vieles mehr gab es stattdessen online. Gefeiert wurde in kleineren Gruppen in der Stadt, übertragen durch die grossen Fernsehanstalten. Und dann wurde eingeladen zum 102. Deutschen Katholikentag, der unter dem Motto „leben teilen“ vom 25.-29. Mai 2022 in Stuttgart stattfinden wird. Wenn Corona es zulässt, mit Gästen aus der ganzen Welt.
Die Reihe der sich abwechselnden Katholiken- und evangelischen sowie inzwischen auch der ökumenischen Kirchentage sind ihrer Form einmalige Ereignisse – jeweils mit einem Programm-buch, das im ersten Moment wegen der Fülle des Angebotes fast überfordert.
Auch in Stuttgart 2022 wird es dies alles geben in den drei grossen Themenbereichen (1) „Unser Glaube: Hoffnung teilen“, (2) „Unsere Verantwortung: Herausforderungen teilen“, (3) „Unsere Zukunft: Chancen teilen“: Grosse und kleine Podien mit bekannten und weniger bekannten Leu-ten, Workshops, Bibelarbeiten, Diskussionsanlässe, Gebet, Feier, Kultur, Ausstellungen, Exkursi-onen, Erlebnisangebote, Politiker*innen, die sich Zukunftsfragen stellen müssen, berühmte The-olog*innen, Engagierte aus aller Welt, die ihre Gedanken teilen, Aktivist*innen, Bühnen in der ganzen Stadt, die Kirchenmeile, auf der sich hunderte von Organisationen vorstellen, Musik, Ka-barett, Tanz, Performance und Konzerte, die Lebenswelten „Jugend“, „Familie und Generatio-nen“, „Junge Erwachsene“, „Frauen, Männer, Partnerschaft“ mit dem Zentrum „Regenbogen“, die grossen gemeinsamen Veranstaltungen und Feiern sowie viele junge und ältere Menschen.

Von Pieterlen und Biel nach Stuttgart
Die relative Nähe Stuttgarts bietet für ein erstes Mal die Gelegenheit, an diesem Christinnen- und Menschentreffen von unseren Pfarreien aus teilzunehmen und eine Fahrt zu organisieren, sprich: Über den sprichwörtlichen Gartenzaun hinauszuschauen, Menschen kennenzulernen und inspirie-rende Tage zu erleben. Jugendliche und andere Interessierte können sich übrigens auch als Hel-fer*innen vor Ort anbieten oder mit einem eigenen Programmpunkt bewerben. – Gerne möchten wir eine gemeinsame Fahrt ins Auge fassen. Der Eintrittspass für das gesamte Programm inklusi-ve Nutzung des ÖV liegt für Erwachsene unter € 100.-, für Jugendliche natürlich ermässigt.

Peter Bernd

 

Wissenwert:

Der 1. Katholikentag fand vom 3.-6. Oktober 1848 in Mainz als Generalversammlung aller Katholischen Vereine Deutschlands statt. Heute ist er ein internationales Treffen mit einem vielfältigen Programm, an dem Menschen aus allen Kulturen, Religionen und Konfessionen teilnehmen.

Informationen: www.katholikentag.de
Datum: Mittwoch, 25. Mai, bis Sonntag, 29. Mai 2022 (Auffahrtswochenende).
Übernachten: Im Hotel, bei privaten Gastgeber*innen oder in Gemeinschaftsunterkünften.

Bei Fragen wenden Sie sich gern an Peter Bernd oder an eine andere Teamperson.

Um für eine Bahnfahrt planen zu können, ist es bereits jetzt nötig, bei uns unverbindlich das Interesse für eine Mitfahrt zu melden. Mitte August würde dann eine Höchstzahl entschieden und für eine bestimmte Anzahl An- bzw. Rückreise gebucht, sofern die Aussicht auf eine gemeinsame Fahrt besteht (Mindestzahl von Interessent*innen).

Unverbindliche Meldung: Bitte bis zum 15. August 2021.