Mit Leib und Seele bei der Jubla?

SASKIA BURI, 20
Ausbildung:
3. Lehrjahr, Fachangestellte Gesundheit im Altersheim Schlossmatt, Burgdorf
In der JUBLA seit: 2011
Erstes JUBLA-Lager: mit zwölf Jahren
Miterlebte JUBLA-Lager: neun Sommerlager
Erste Leitungstätigkeit: mit 16 Jahren (2015)
Typisch Saskja: «Ich bin der ruhige Pol.»
Typisch JUBLA Burgdorf: «Die Freiheit, Kind zu sein.»

Happy im Sommerlager

Text: Melanie Meier

Saskja hat neun JUBLA-Sommerlager miterlebt, fünf davon als Leiterin. «Eine Woche lang in eine komplett andere Welt einzutauchen, ist mega cool. Auch als Leiterin macht es mir Spass, mich wieder wie ein Kind zu fühlen. Die Fantasie kennt keine Grenzen, es ist leicht sich darauf einzulassen.» Zur Rolle als Leiter*in gehöre auch, «zu wissen, wann es Zeit ist für Regeln», ergänzt Saskja schmunzelnd. In der JUBLA habe sie viel über sich gelernt, habe sich weiterentwickelt und sei selbstbewusster geworden.
«Die JUBLA hat mir viel gegeben, für mich selbst und für das Miteinander – eine Lebensschule.»

Nach dem Sommerlager ist vor dem Sommerlager: Nach dem Dank an alle Unterstützenden beginnt das JUBLA-Jahr von neuem. Saskja hat im August für die Lagerleitung 2021 zugesagt. Im Gegensatz zur Scharleitung mit der Verantwortung für die lokale Gruppe durchs Jahr hindurch liegt Saskjas Hauptverantwortung bei der Vorbereitung und Durchführung des nächsten Sommerlagers. Sie hat ihrer Vorgängerin dafür über die Schulter geschaut und wird einen Weiterbildungskurs für Lagerleitungen bei Jugend + Sport (J + S) absolvieren.
«Diese Kurse sind immer wieder spannend, da ich neue Inputs von aussen bekomme und andere Leitende kennenlerne», berichtet sie. 2018 sind im ersten Kurs Freundschaften bis nach Fribourg entstanden. Bald wird die gleiche Gruppe gemeinsam den nächsten J + S-Kurs in Basel besuchen. An der JUBLA schätzt Saskja den Austausch. Ihre grösste Motivation liegt in kleinen Momenten der Dankbarkeit und Freude. Etwa, wenn Eltern dem Leitungsteam nach dem JUBLA-Angebot des Ferienpass-Programms in Briefen schreiben, wie «happy» ihre Kinder zu Hause angekommen seien. Oder wenn ein Kind, das erst etwas Heimweh hatte, am letzten Tag sagt: «Ich freue mich aufs nächste Lager.»

TIFFANY WIDER, 15
Klasse: Tertia, Gymnasium Neufeld, Bern
In der JUBLA seit: 2011
Erstes JUBLA-Lager: mit sechs Jahren
Miterlebte JUBLA-Lager: acht als Kind
Erste Leitungstätigkeit: 2020
Typisch Tiffany: «Ich bin direkt.»
Typisch JUBLA Lyss-Biel: «Wir sind hilfsbereit.»



Das Zusammensein geniessen

Text: Melanie Meier

«Hey Tiffany, hast du diesen Freitagabend Zeit?» «Nein, wir haben JUBLA-Höcktreff.» «Warum machst du das? Und dazu noch freiwillig?» Tiffanys Motivation ist spürbar. Ihr Gesicht strahlt eine ruhige Freude aus. «Das JUBLA-Gefühl für andere verständlich zu machen, ist nicht so leicht. Viele wissen nicht, wie es ist, die ganze Zeit zusammen zu sein und mit anderen ohne Pause Zeit und Energie zu teilen, wie etwa im Lager. Viele brauchen irgendwann eine Auszeit für sich.»

In der JUBLA hat Tiffany gelernt, sich selber sein zu können, gerade auch im Miteinander. Ihre JUBLA, die Schar Lyss-Biel, ist ein Spiel- und Übungsfeld, auf dem man nicht immer zu 100 Prozent perfekt sein oder funktionieren muss. «Während eines zehntägigen Lagers habe ich am achten Tag nicht mehr so viele Reserven wie am ersten», sagt sie. In solchen Momenten werde sie von den anderen Leiter*innen gestärkt, und sie wiederum stärke die ganze Schar. Im Leitungsteam vertraue man einander und könne jederzeit um Hilfe bitten. Das schaffe Boden für eine starke Gemeinschaft, die in Hochs und Tiefs füreinander da ist. Tiffany freut sich auf nächsten Freitag. Dann ist wieder Höckabend. Eine Schreibarbeit für einen Programmblock steht an und danach gemeinsame Spielrunden im Team. «Man kann dieses Gefühl nicht kennen, wenn man es nicht selbst erlebt hat», meint Tiffany.
Sie erinnert sich an ein Ferienlager in Fiesch. Die Leiter*innen hatte Aktivitäten zusammengestellt und brachten sie den Jugendlichen näher. Das Programm war aber so konzipiert, dass diese es selbstständig durchführen konnten. Die Leiter*innen fungierten mehr als Aufsehende und assen unter sich zu Mittag. Im JUBLA-Lager nehmen die Leiter* innen an jedem Sportblock teil und sind mit den Kindern unterwegs. Der Schwerpunkt liegt im Zusammensein. So ist es für die Leiter*innen selbstverständlich, mit den Kindern am gleichen Tisch zu essen. «Ich kann mir mein Leben ohne JUBLA nicht vorstellen», sagt Tiffany, «und ein Sommerlager zu verpassen schon gar nicht.»

JULIA SCHÄDELI, 25
ehemalige Scharleiterin der JUBL A Spiez (2012 bis 2020)
Erstes JUBLA-Lager: mit zehn Jahren (2005)
Typisch Julia: «Ich bin eine fröhliche und motivierte Person.»
Typisch JUBLA Spiez: «Wir sind bereit für neue, unvergessliche Abenteuer.»

Organisierte Allrounderin

Interview: Michael Staub

Wann bist du zur JUBLA gekommen?

Julia Schädeli: Im ersten JUBLA-Lager war ich als Kind. 2012 war mein erstes Lager als Leiterin. Dieses Jahr habe ich die Scharleitung abgegeben und das Programm nicht mehr mit geplant. Ich war zum ersten Mal als Köchin mit im Lager und so auch als Ansprechperson noch da.

Wieso hörst du als JUBLA-Leiterin auf?

Durch die Übergabe an die Jüngeren gibt es wieder Platz für neue kreative Ideen und Inputs im Leitungsteam. Das macht das Ganze interessant und hält die JUBLA am Leben. Dazu kommt, dass ich in Basel studiere. Da bedeuten die Sitzungen in Spiez einen grossen Aufwand.

Bleibst du der JUBLA in Zukunft noch etwas erhalten?

Vorerst helfe als Köchin mit. So bin ich noch dabei und bei Fragen da. Das mache ich sicher noch ein Jahr. Danach kann ich mir gut vorstellen, punktuell bei Veranstaltungen mitzuhelfen, um mit der JUBLA verbunden zu bleiben.

Was ist dir aus deinen 15 JUBLA-Jahren besonders geblieben?

Sehr viel! Die zweitägigen Wanderungen und Lagerabschlussabende als Kind. Als Leiterin war mein erstes Lager ein Zelt- und kein Hauslager – für mich ein sehr grosser Event! Es ist immer sehr schön, wenn der ganze Organisationsaufwand mit einem tollen Lager belohnt wird.

Hat dich die JUBLA geprägt?

Für die Berufswelt hat sie mir das Selbstbewusstsein gegeben, vor Leuten zu stehen. Ich habe auch gelernt, wie man organisiert und Verantwortung übernimmt. Sozial habe ich die Verbundenheit zur Natur mitbekommen und gelernt, dass nach viel Planung immer etwas Schönes zurückkommt. Und ich habe sehr viele tolle Leute kennengelernt!

Melanie Meier, 33, Kauffrau, gehört seit 2016 zur JUBLA Bern. Sie führt die Kantonale Arbeitsstelle (Kast) der JUBLA.

TIMO ROGGER, 33
ehemaliger Leiter der JUBLA Dreif Bern (2002 bis 2011)
Erstes JUBLA-Lager: mit 16 Jahren (2002)
Typisch Timo: «Alles lässt sich mit Kabelbinder, Öl und Gewebeklebeband reparieren, sogar Raumstationen.»
Typisch JUBLA Dreif: «Kein Lager ohne Sarasin- Zelt und Nachtgeländespiel!»

Raus ins Abenteuer!

Interview: Michael Staub

Wie bist du zur JUBLA gekommen?

Timo Rogger: Meinen ersten Kontakt zur JUBLA hatte ich mit 15. Mein Kollege Paolo, der als Kind regelmässig an die Gruppennachmittage der JUBLA Dreif ging, fragte mich, ob ich ans Teamworkcamp mitkäme. Ein Jahr später ging ich mit Paolo in den Grundkurs und leitete dann mit 16 Jahren im Sommer 2002 mein erstes Lager. Ich stieg also direkt als Leiter in die JUBLA ein.

Wie lange warst du in der JUBLA-Leitung?

Bis 2011 war ich als Leiter aktiv, danach ging ich bis 2013 als Koch und zur moralischen Unterstützung mit ins Lager. Seither komme ich nach Möglichkeit bis heute, um beim Aufbau des Lagers mitzumachen.

Was ist deine Motivation, noch heute mitzuhelfen?

Ich sehe gern, wie die kleinen Stöpsel, die einst kaum auf einem Stuhl sitzen konnten, jetzt selbst Lager organisieren und das sehr gut machen. Es ist auch schön, mich handwerklich kreativ auszutoben und wieder ein bisschen in der Natur «z’abentüürerlä».

Was gefiel dir als Leiter am besten?

Verantwortung zu übernehmen, den Teilnehmenden die Natur näherzubringen – einige hatten nicht viele Berührungspunkte mit ihr – und ihnen zu zeigen, dass man auch draussen kochen und mit weniger Komfort und ohne Computer viel Spass haben kann.

Hat dich die JUBLA geprägt?

Die Zeit in der JUBLA hat mich sicher geprägt, wie genau ist aber schwierig zu sagen. Mir ist wichtig, dass mein eigenes Kind raus in den Wald geht und dort auch lernt, Feuer zu machen.

 

 

 

Michael Staub, 26, Chemiker, ist seit 2001 bei der JUBLA Dreif der Stadt Bern. Er ist frisch gewähltes Mitglied der JUBLA-Kantonsleitung.

Im Jubla-Lager darf man einfach Kind sein Im Jubla-Lager ist man weg von elektronischen Geräten, vergisst, wieviel Uhr es ist, und kann einfach Kind sein. Impressionen aus dem Berner Kasola 2019 und dem Sola der Jubla Lyss Biel 2018: