Text und Bilder: Christian Grass
Biel/Bienne, 19. August 2026:
Der Festakt in der Kirche Christ König war feierlich. Bischof Felix Gmür zelebrierte die Verabschiedung von der langjährigen Regionalverantwortlichen der Bistumsregion St. Verena, Frau Edith Rey Kühntopf. Er inszenierte zugleich die Einsetzung von Frau Dr. theol. Brigitte Glur-Schüpfer.
Dafür stützte sich der Bischof auf das Gleichnis vom Gutsbesitzer und seinem Weinberg (Mt 20,1-16a). Das Ergebnis: Eine erfrischende, bisweilen humorvolle und überzeugende Predigt, die den Abschied und Neubeginn zweier Menschen in ein übergeordnetes Licht rückten.
Dank, Glückwunsch und Hoffnung – Ausdruck der Menschen
So flapsig sich die Überschrift dieses Textes auch anhören mag, sie spiegelt nur das Zitat von Bischof Felix am Ende seiner Predigt wider. Was nach 11 Jahren Arbeit von Edith Rey Kühntopf als «Lohn» bleibt, ist zunächst ein tiefer Dank, ausgesprochen und gezollt von uns Menschen. Was die Zukunft in diesem Amt bringen wird basiert auf menschlichen Hoffnungen und darin verflochtenen Glückwünschen, sie bleibt jedoch ungewiss.
Mit Gottes Segen wird sie zum Erfolg geführt werden. Die Aufgaben von Dr. theol. Brigitte Glur-Schüpfer, die zusammen mit Bischofsvikar Domherr Georges Schwickerath, der bischöflichen Delegierten Frau Dr. theol. Marie-Andrée Beuret und dem bischöflichen Delegierten Herrn Diakon Didier Berret die Leitung der Bistumsregion übernimmt, sind zahlreich und anspruchsvoll.
Letzter Lohn und Letzte Gerechtigkeit basieren auf Gottes Gnade und Liebe
Die Predigt von Bischof Felix öffnete Horizonte und Augen: Die Arbeiter des Gutsbesitzers im Weinberg kamen nach einem Tag oder nur einer Stunde ihrer Arbeit zusammen, um sich ihren Lohn beim Gutsbesitzer abzuholen.
So ähnlich, wie Frau Edith Rey Kühntopf nach elf Jahren Arbeit und Frau Glur-Schüpfer nach nur einem Monat Arbeit als Regionalverantwortliche des Bistums St. Verena, in dieser dekorierten Kirche Christ König mit ihren vielen Ehrengästen, den feinen Grilladen draussen, auf der Terrasse und tragender Musik auf der Empore, zusammengekommen sind.
Einige Arbeiter im Weinberg murrten jedoch, genauso, wie wir Menschen auch heute bisweilen Probleme mit unserer «Gerechtigkeit» haben: «Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet und du hast sie uns gleichgestellt (…).» ( Mt 20, 1 ff) Die Letzten im Weinberg erhielten wie die Ersten einen Denár als Lohn für ihre Arbeit.
Bischof Felix Gmür holte weiter aus, indem er ergänzte: In diesem Tagesgebet ginge es nicht um «die» Gerechtigkeit. Die letzte Gerechtigkeit, das letzte Salair liege ausschliesslich in der Hand Gottes. «Die Perspektive der letzten Dinge ist eine Perspektive aus der Liebe Gottes.
Der Apostel Paulus nennt genau dies ‘Gnade’,» so der Bischof. Gott schenke uns alles was wir zum Leben bräuchten, und all das ganz umsonst. Bischof Felix Gmür dann: Was dieses Gleichnis für unser Heute und unsere Aufgaben in dieser Gesellschaft und Welt aktualisiere sei vielmehr, mit welcher Haltung wir unsere Arbeit erledigten. Unsere Haltung, also unsere Motivation, unsere Absicht und unser tatsächliches Bestreben unserer Arbeit für Mensch und Gott, das auch nur Gott wirklich kenne, sei das entscheidende Mass für unseren echten, letzten Lohn.
Das Gleichnis vom Gutsbesitzer und seinem Weinberg im Vergleich zu unserem Leben und dem Himmelreich, das bereits hier auf Erden für Alle verfügbar ist, war eine wirkungsvolle Metapher für den Abschied und den Neubeginn zweier Damen im Bistum St. Verena.
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